Freizeit & Touristik

Schleswig-Holstein: Ein Bundesland voller Traditionen

Traditionsreiche Rituale und damit verbundene Aberglauben gibt es auf der ganzen Welt. Farben und Zahlen können dabei eine starke Bedeutung haben, aber auch verschiedene Tätigkeiten können Glück oder Pech bringen. Manche Rituale werden einfach nur für die schöne Tradition von früher ausgeführt und sollen die Geschichte eines Landes zelebrieren. In Deutschland haben sogar viele der Bundesländer sehr unterschiedliche Traditionen, die immer noch gerne gefeiert werden. Was man in Schleswig-Holstein macht, wenn z. B. die Rede von Klootstock-Springen ist oder was ein Jöölboom sein sollen, erfahren Leser bei uns!

Traditionen und Aberglauben rund um die Welt 

Einige Dinge kennt man länderübergreifend. Läuft zum Beispiel eine schwarze Katze von rechts über die Straße, bringt das in einigen Nationen Unglück, kommt sie von links, bedeutet es das genaue Gegenteil. Auch Zahlen werden in vielen Ländern mit einer Bedeutung belegt. So wird die 13 oftmals als Unglückszahl gesehen, besonders wenn sie als Datum auf einen Freitag fällt. Am Freitag, den 13. geht oftmals etwas schief – das könnte aber einfach daran liegen, dass viele Menschen daran glauben. Interessant ist jedoch, dass einige Fluglinien und Hotels daher auf die Reihe oder Etage mit der Nummer 13 verzichten. Sogar die deutschen Flieger von Lufthansa kommen ohne eine 13. Reihe aus, denn einige Passagiere glauben an die negativen Auswirkungen der Zahl und möchten auf diesem Platz nicht sitzen. Glückszahlen hingegen spielen vor allem beim Glücksspiel eine große Rolle. Während einige ihre ganz persönlichen Glückszahlen haben, beispielsweise ein Geburtsdatum, das sie beim Lotto einsetzen, nutzen andere meist stets die gleiche Zahl am Roulette-Tisch. Der Klassiker erlangte vor allem mit dem Aufkommen von Online Casinos vor einigen Jahren wieder an Beliebtheit. Aus diesem Grund gibt es hier auch bereits eine Vielzahl von verschiedenen Roulette Variationen. Gesetzt werden kann bei jeder von ihnen auf die Zahlen 0 bis 36, man muss also hoffen, dass die eigene Glückszahl in diesem Bereich liegt. Ebenso können Farben ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Schwarz wird in den meisten westlichen Ländern mit dem negativen Erlebnissen in Verbindung gebracht und wird daher vor allem bei Beerdigungen, in China ist jedoch zum Beispiel Weiß die Trauerfarbe. 

Aberglaube in Schleswig-Holstein 

In dem Bundesland Schleswig-Holstein gibt es einige ganz eigene Bräuche und viele Aberglauben, die bis heute noch von ein paar Menschen geglaubt oder zumindest praktiziert werden. So darf man hier z. B. zu Weihnachten und Neujahr keine feuchte Wäsche aufhängen, denn das soll Pech für das Haus bringen. Da gibt man die Wäsche doch lieber einmal in den Trockner, egal, ob man daran glaubt oder nicht. Die getrockneten Kleidungsstücke sollen außerdem nur im hellen abgenommen werden, damit keine Zauberkräfte in ihnen stecken. Auch für Haare und Fingernägel gibt es in der Region eine ganz spezielle Anweisung. So soll in ihnen ebenfalls Magie stecken, weshalb man beide an Feiertagen nicht schneiden soll. Zum Frisör sollte man also schon ein paar Tage vor Ostern oder Weihnachten. Hält man sich nicht daran, könnten Kopfschmerzen die Folge sein. Nicht mehr viele Menschen in Schleswig-Holstein glauben an diese alten Aberglauben, die früher vor allem am Land vorherrschten. Viele der Bräuche werden jedoch immer noch gelebt, oftmals aber einfach, weil sie Spaß machen oder stimmungsvoll sind. 

Sportliche Vergnügen zu allen Jahreszeiten

Klootstock-Springen war einst eine wichtige Fortbewegungsart, mit der sich Menschen in Schleswig-Holstein über die Gräben der Marsch katapultieren konnten. Heute gibt es natürlich ein passendes Straßennetz, das diese sportliche Art des Gehens obsolet macht. Trotzdem zählt Klootstock-Springen noch zu einer von vielen Traditionen, die nicht nur gerne ausprobiert wird, sondern auch viele Touristen anlockt. Mit dem drei bis vier Meter langen Stock kann man in den weichen Boden stechen und sich dann gekonnt darüber hieven. In Dithmarschen ist dies heute eine beliebte Freizeitbetätigung. Das Boßeln ist ein weiterer Sport, der eine lange Tradition hat. Ein Sprichwort besagt, dass der Friese zuerst gehen lernt, dann aber boßeln. Bei dem Spiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an und müssen einen Ball mit möglichst wenigen Würfen an sein Ziel bringen. Mittlerweile gibt es nationale und internationale Meisterschaften im Boßeln, der Sport hat es also aus Deutschland hinausgeschafft. 

Stimmungsvoll zu den Feiertagen 

Bei Feierlichkeiten wie Weihnachten darf man sich in Schleswig-Holstein auf einige Traditionen freuen. Da es in dem Gebiet nur sehr wenige Tannen gibt, musste man zum großen Fest etwas improvisieren. Daraus entstand der Jöölboom, der nicht dem klassischen Tannenbaum entspricht, aber trotzdem zu Weihnachten aufgestellt wird. Statt echte Bäume zu verwenden, werden auf ein kleines Holzgestell entweder Efeu oder Buchsbaumzweige aufgewickelt. Auf die grünen Äste werden nun Figuren aus Salzteig gehängt, die als Kenkentjüch-Figuren bekannt sind. Immer öfter findet man auch eine Mischung aus Jöölboom und Adventskranz, da man mittlerweile gerne Kerzen anbringt, die zu jedem Adventsonntag angezündet werden. Mit einem stimmungsvollen Feuer geht es weiter, denn am 21. Februar werden traditionelle die Biikefeuer entzündet. Die Feuerfeste sind ein beliebtes Ereignis für Einheimische und locken viele Besucher aus anderen Regionen an. Der Legende nach dienten die Feuer der Verabschiedung von Seemännern und Walfängern, die sich auf die Reise machen mussten. Andere Mythen besagen, dass die Frühlingsfeuer böse Geister vertreiben sollten. 

Schleswig-Holstein hat zahlreiche Feste, Traditionen und Aberglauben, die bis heute noch bekannt und oftmals auch ausgeführt werden. Die Haare sollen nicht an Feiertagen geschnitten werden, viele Menschen boßeln bis heute noch gerne und das Klootstock-Springen ist mittlerweile zum Sport geworden. Dazu kommen besonders stimmungsvolle Rituale, wie das Aufstellen eines Jööbooms oder die Biikefeuer im Februar. So schön können Traditionen manchmal sein!