Heim & Garten

Kleidung in der Wohnung trocknen - was muss ich beachten?

Mehr als 58 Prozent aller deutschen Familien wohnen zur Miete. Bei den Singles sind es sogar mehr als 70 Prozent. In vielen Häusern steht kein Balkon, keine Terrasse oder ein Trockenplatz für die Wäsche der Mieter zur Verfügung. Ein Wäschetrockner ist auch nicht in jedem Haushalt vorhanden. Zum Trocknen wird die Wäsche dann auf einem ausklappbaren Gestell getrocknet. Was muss beim Trocknen der Wäsche in der Wohnung beachtet werden?

Das Trocknen der Wäsche kann Schimmelbildung verursachen

In vielen Haushalten Deutschlands wird die Wäsche in der Wohnung auf einem ausklappbaren Wäscheständer getrocknet. Die Wäscheständer können nach dem Gebrauch schnell wieder zusammengeklappt werden und sind in der Anschaffung viel günstiger als ein moderner Kondens- oder Ablufttrockner. Außerdem verbraucht der Wäscheständer aus Metall keinen Strom. Allerdings gibt die Wäsche beim Trocknen eine Menge Feuchtigkeit an die Raumluft ab. In kleineren Räumen kann die Luftfeuchtigkeit um bis zu 30 Prozent ansteigen. Das Trocknen von Wäsche und Kleidung in der Wohnung kann daher gesundheitsschädlich sein. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann sich in Ecken und hinter Möbeln mit der Zeit Schimmel bilden.

Eine Schimmelsanierung kann für Mieter sehr teuer werden

Die Bildung von Schimmel bleibt in vielen Wohnungen unbemerkt, weil die Sporen nicht immer sichtbar sind. Sie verteilen sich aber mit der Raumluft und können Auslöser für Allergien sein. Auch chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma sind möglich. Der Schimmel macht aber nicht nur krank. Er kann für den Mieter der Wohnung auch richtig teuer werden. Eine professionelle Schimmelentfernung durch einen Handwerker kann je nach Aufwand schnell bis zu 1000 Euro kosten. Werden durch die hohe Luftfeuchtigkeit nachweislich auch Türen und Fenster in Mitleidenschaft gezogen, kann es bei einem Auszug noch teurer werden.

Tipps zum Trocknen der Wäsche in der Wohnung

Damit Mietern von Wohnungen dies nicht passiert, müssen beim Trocknen der Wäsche in der Wohnung verschiedene Dinge berücksichtigt werden.

- die Wäsche muss nach dem Waschen gründlich bei hohen Touren geschleudert werden

- zur besseren Luftzirkulation sollte der Platz auf dem Wäscheständer großzügig genutzt werden

- der Wäscheständer sollte nach Möglichkeit in einem Raum mit mehreren Fenstern platziert werden

- während des Trockenvorgangs im Winter hilft Stoßlüften mit einer Dauer von etwa 10 Minuten

- in den Sommermonaten trocknet die Wäsche schneller bei offenem Fenster

Wer nicht weiß, wie es um die Feuchtigkeit in der Wohnung bestellt ist, kann sich ein Hygrometer zulegen. Die Messgeräte kosten im Handel etwa 15 bis 20 Euro und zeigen die Luftfeuchtigkeit des Raums an. Ist es in der Wohnung zu feucht, kann ein Luftentfeuchter aus dem Baumarkt helfen. Die elektrischen Geräte sind schon ab 100 Euro aufwärts erhältlich. Granulat zur Luftentfeuchtung ist wesentlich günstiger.

Wäschetrocknen zählt zum Gebrauchsrecht der Mietsache

Auch wenn man es vermuten könnte, darf ein Vermieter das Trocknen der Wäsche in der Wohnung nicht verbieten. Das Trocknen der Wäsche zählt nach Auffassung der Gerichte und nach der gängigen Rechtsauffassung zum vertragsmäßigen Gebrauch des Wohnraums. Dieses Recht gilt auch, wenn im Haus ein Trocknungskeller, ein Dachboden oder auch ein Wäscheplatz im Garten zur Verfügung steht.

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.