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Nächster Preisanstieg für Stromkunden droht - 5 Tipps für einen konstant niedrigen Preis

Strom wird mittelfristig teurer, nicht nur, weil die Erdgaspreise und CO2-Kosten steigen. Es gibt auch noch die EEG-Umlage als Kostenfaktor. Zudem entwickelt sich aufgrund der Energiewende und dem Wunsch, Öl und Gas durch Strom zu ersetzen, ein enormer Elektrifizierungstrend. Eine steigende Nachfrage sorgt für hohe Preise. Wie lassen sich für Verbraucher die Strompreise trotzdem dauerhaft niedrig halten? 5 Tipps für einen niedrigen Strompreis.

Tipp 1: Geräte mit Solarbasis nutzen

Viele kleine Geräte wie Smartphones oder Tablet-PCs laufen nur mit Strom. Ist ihr Akku leer, landen sie an der Steckdose. Um sich von dieser Art des Aufladens zu lösen, könnte man beispielsweise sogenannte Solar-Powerbanks nutzen. Sie lassen sich durch mithilfe von Sonnenenergie aufladen und können anschließend die Akkus der genannten Endgeräte wieder aufladen, ohne Strom aus der Steckdose zu ziehen. Zugebenen, diese Variante zur Senkung des Stromverbrauchs ist nicht sehr umfangreich, aber in Verbindung mit vielen anderen Maßnahmen trotzdem wirkungsvoll. Bekanntlich macht ja auch Kleinvieh Mist und wer im Haushalt weniger Strom verbraucht, profitiert von niedrigen Stromkosten.

Tipp 2: Strompreise vergleichen, Anbieter wechseln, Neukunden-Aktionen nutzen 

Eine Methode, den Strompreis für den eigenen Haushalt dauerhaft niedrig zu halten, besteht in einem regelmäßig durchgeführten Stromvergleich über ein entsprechendes Vergleichsportal. Dabei gibt man nur seine Postleitzahl, die Anzahl der Personen im Haushalt sowie den Stromverbrauch (in kWh/Jahr) an. Das Vergleichsportal analysiert die Eingaben und erstellt eine Liste mit möglichen Stromanbietern. Zu den aufgeführten Stromanbietern werden z. B. folgende Informationen gegeben:

  • Stromkosten (im ersten Jahr) 
  • Höhe des eingesparten Betrages (im Vergleich zum aktuellen Tarif) 
  • Vertragslaufzeit (12 Monate, optional 2 Jahre) 
  • Boni (Neukunden- oder Sofortbonus)

Im Bereich Tarifdetails findet sich häufig eine Übersicht zur Aufteilung des Stroms hinsichtlich seiner Erzeugung (Kernkraft, Kohle, Erdgas, sonstige fossile Brennstoffe, erneuerbare Energien). Viele Anbieter haben einen optionalen Tarif für Ökostrom. Bei diesem wird der zur Verfügung gestellte Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien produziert. Um mehr über diesen Tarif zu erfahren, sollte man z. B. auf die Bezeichnung Öko Basis achten.

Den Stromvergleich kann man nutzen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Vor allem, wenn der bisherige Versorger die Strompreise aus eigenem Antrieb (nicht aufgrund staatlicher verordneter Steuererhöhungen) anhebt, hat man ein Sonderkündigungsrecht. Auch bei einem Umzug ist der Wechsel zu einem anderen Versorger oft sinnvoll. Immer zu beachten sind die jeweiligen Kündigungsfristen.

Tipp 3: Strom selbst erzeugen Wie kann man für seinen eigenen

Haushalt den Strompreis möglichst geringhalten? Ganz einfach, indem man ihn nicht von einem Versorger bezieht, sondern selbst produziert. Wer ein Eigenheim mit Grundstück besitzt, kann beispielsweise eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an einem geeigneten Platz im Garten installieren.

Solarenergie nutzen und die Stromkosten dauerhaft niedrig halten kann man aber auch als Mieter einer Wohnung, wenn man einen Balkon besitzt. Es gibt steckerfertige Photovoltaik-Module, die mit einem sogenannten Wechselrichter ausgestattet sind. Diese Module wandeln die Sonnenenergie in Gleichstrom um, der Wechselrichter macht daraus Wechselstrom. Dieser darf dann, auf Basis der seit Mai 2018 geltenden Vor-Norm DIN VDE V 0100-551-1 einem bereits vorhandenen Endstromkreis zugeführt werden. Ein solches Balkonkraftwerk darf bis zu einer Leistung von 600 Watt ohne Elektriker installiert werden. Zu beachten ist hier, dass man die Mini-Solaranlage bei der Bundesnetzagentur sowie bei seinem Netzbetreiber anmelden muss.

Tipp 4: Hilfe vom Energieberater holen 

Heute gibt es ja für nahezu jedes Thema einen Spezialisten, der einen beraten kann. Um den Strompreis bzw. die Stromkosten dauerhaft zu senken, kann die Zusammenarbeit mit einem sogenannten Energiemakler oder Energieberater sehr hilfreich sein. Er verschafft sich einen Überblick, wo im Haushalt die berühmten Energiefresser aktiv sind (vor allem technisch veraltete Haushaltsgeräte) und wo es Wärme- bzw. Kältebrücken im Haus oder in der Wohnung gibt. Damit sind Punkte gemeint, an denen die Heizenergie sehr leicht nach außen entweichen und kalte Luft nach innen dringen kann. Das können beispielsweise sein:

  • schlecht schließende Fenster oder Türen 
  • ungedämmte Wände 
  • schlecht isolierte Dachkonstruktionen 
  • alte, ungedämmte Rollladenästen

Durch die bauliche Beseitigung dieser Wärme- oder Kältebrücken sowie den Austausch vorhandener Energiefresser lassen sich die Stromkosten deutlich senken.

Tipp 5: Umweltbewusster und ressourcenschonender mit Strom umgehen 

Der Energieberater gibt auch Informationen, wie man sich im Alltag so verhalten kann, dass im Haushalt weniger Strom verbraucht wird, etwa durch das rechtzeitige Ausschalten des Lichts oder das Herunterdrehen der Heizung bei Abwesenheit. Es gibt auch sehr hilfreiche Tipps von Experten bezüglich der optimalen Temperatur in den verschiedenen Räumen einer Wohnung. Diese liegt, abhängig vom Raum, zwischen 16 und 24 Grad.

Zudem kann der Verzicht auf den Stand-by-Betrieb bei elektronischen Geräten Kosten sparen. Auch hier gilt, dass viele kleine Verhaltensänderungen zu insgesamt deutlich geringeren Stromkosten beitragen.

Fazit: Dauerhaft niedriger Strompreis ist nicht nur Sache des Versorgers 

Als Verbraucher hat man zugegebenermaßen nur wenig Einfluss auf den vom Versorger erhobenen Strompreis. Dennoch kann man selbst etwas dafür tun, dass der Stromverbrauch im eigenen Haushalt nicht zu groß ist. Durch einen Strompreisvergleich, den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter, die Anschaffung stromsparender Haushaltsgeräte und einem verantwortungsbewussten Handeln lassen sich die Stromkosten nachhaltig senken.

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