Medizin & Ernährung

Bundesregierung fördert Entwicklung von CBD-Produkten

Bislang hat die Bundesregierung sich nicht gerade als Unterstützer von CBD hervorgetan. Die Zulassung von CBD-Produkten als Novel Foods hat sie immer wieder ausgebremst. Ende 2020 stellte sie sogar grundsätzlich in Frage, ob natürliche CBD-Produkte als Lebensmittel verkehrsfähig seien. Dann kam das Urteil das Europäischen Gerichtshofs, das klarstellte, dass CBD kein Betäubungsmittel ist – und mit ihm offensichtlich ein Umdenken in der Regierung. Zumindest im Ministerium für Wirtschaft und Energie steht man dem Thema offenbar aufgeschlossen gegenüber. Denn im Rahmen der Innovationsförderung für den Mittelstand unterstützt es seit neuestem auch ein Berliner CBD-Startup.

227.000 Euro für CBD-Emulsionen

Im April wurde bekannt, dass das Unternehmen Becanex Fördergelder in Höhe von 227.000 Euro vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand erhalten hat, die der Forschung und der Produktentwicklung dienen sollen. Das Geld wird als Zuschuss ausgezahlt und soll in den nächsten Jahren die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von CBD-haltigen Emulsionen ermöglichen. Becanex sieht einen großen Bedarf für solche Produkte, denn die Nachfrage nach Functional Foods mit dem Inhaltsstoff CBD ist hoch. Allerdings sind CBD und andere Cannabinoide nicht wasserlöslich, was die Verarbeitung in vielen Produkten erschwere. Gleichzeitig will sich das Unternehmen um die Zulassung seines Produktes im Rahmen der Novel-Food-Verordnung bemühen.

Zusätzliche Unterstützung vom Land Berlin 

Mit seinem Konzept konnte Becanex offenbar auch die Förderbank des Landes Berlin überzeugen. Das Institut fördert seinerseits ein weiteres Projekt des Unternehmens mit 765.000 Euro. In diesem Betrag sind ein Darlehen von 530.000 Euro und ein Zuschuss von 235.000 enthalten. In diesem Fall geht es um die Entwicklung von Terpenmischungen aus Hanf, die frei von Cannabinoiden sind. Sie können als Aromastoffe für die Herstellung von Lebensmitteln dienen. Die Investitionsbank erklärte, dass die technologische Forschung von Becanex perfekt in das Förderportfolio passe, weil sie direkt zur Entwicklung von marktfähigen Produkten beitrage.

Goldgräberstimmung bei CBD-Startups

Die Förderung von CBD-Startups mit Bundesmitteln ist die absolute Ausnahme. Dennoch gibt es viele erfolgreiche Neugründungen in diesem Bereich zu verzeichnen. Einige Unternehmen haben sich zum Beispiel auf den Verkauf von CBD-Produkten im Internet spezialisiert. Dazu gehört der Schweizer Hersteller Cibdol, der bereits zu Beginn des CBD-Trends das Potential von hochwertigen Produkten erkannte. Andere Unternehmen stellen zum Beispiel Kosmetika mit CBD her oder entwickeln ähnlich wie Becanex innovative Produkttechnologien. All diesen Firmen ist gemeinsam, dass es ihnen innerhalb kürzester Zeit gelungen ist, ein rentables Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Das verdanken sie auch der plötzlichen Nachfrage für CBD.

Gründe für die Nachfrage für CBD

Für das große Interesse an Produkten mit CBD gibt es verschiedene Gründe. Dazu zählen unter anderem ein steigendes Gesundheitsbewusstsein sowie der Wunsch nach natürlichen Produkten. CBD vereint diese beiden Aspekte und ist damit ein ideales Lifestyle-Produkt für junge Erwachsene. Im Gegensatz zu vielen anderen pflanzlichen Produkten ist die Wirkweise von CBD ausgiebig erforscht. In Zeiten der universellen Verfügbarkeit von Informationen ist das ein wichtiges Kriterium für den Erfolg. Und schließlich haben auch zahlreiche Prominente CBD zur Bekanntheit verholfen – entweder indem sie über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen haben oder indem sie gleich selbst in CBD-Startups investiert haben.

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