Medizin & Ernährung

Das Gehirn effektiv trainieren

Wir leben im Zeitalter der Informationsüberflutung und sind tagtäglich mit vielen audiovisuellen Reizen konfrontiert. Dies liegt nicht zuletzt an unseren Smartphones, die uns mit kleinen Info-Häppchen und Kurzvideos versorgen. Dazu kommt, dass Denkaufgaben, die früher ganz normal waren, komplett wegfallen. Das Kopfrechnen wird schon lange durch den Taschenrechner ersetzt und wenn wir eine Frage haben, wird diese sofort gegoogelt oder durch den intelligenten Lautsprecher beantwortet. Es ist also kein Wunder, dass immer mehr Menschen an Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsproblemen leiden. Wie man sein Gehirn fit hält und die grauen Zellen effektiv schützt, steht hier. 

Die richtige Ernährung 

Was wir täglich essen wirkt sich direkt auf die Leistung unseres Gehirns aus. Nahrungsmittel, die zum Beispiel viel Zucker oder eine andere Form von Kohlenhydraten enthalten, treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Dies hat zwar den Effekt, dass wir uns für ein paar Minuten gut konzentrieren können, doch dieser Zustand hält nicht lange an. Das liegt daran, dass es beim Zuckerkonsum zur Ausschüttung von Insulin kommt. Dabei wird mehr Insulin abgegeben als notwendig, sodass der sogenannte „Zucker Crash“ eintritt. Möchten wir unser Gehirn mit den richtigen Nahrungsmitteln unterstützen, greifen wir zu proteinreicher Kost, die Omega-3-Fette enthält. So unterstützen viele Fischsorten und Nüsse die wichtigsten Gehirnfunktionen. Ballaststoffreiche Nahrung wie Vollkornbrot und Gemüse geben nur langsam Energie ab und vermeiden den Absturz des Blutzuckerspiegels. Wichtig ist übrigens auch eine ausreichende Wasserzufuhr, da das Gehirn zu 80 Prozent aus Wasser besteht. 

Bewegung macht den Unterschied 

Es gibt viele Gründe, die für mehr Bewegung im Alltag sprechen. Zum einen werden durch körperliche Aktivitäten Glückshormone wie Serotonin ausgeschüttet. Aus diesem Grund spricht man im Englischen auch von einem „Runner‘s High“. Auch beugt regelmäßige Bewegung eine Reihe von Erkrankungen und Übergewicht vor. Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Beim Laufen oder anderem körperlichen Training wird der präfrontale Cortex des Gehirns regelrecht heruntergefahren. Dieser Teil ist für das logische Denken verantwortlich. Da nun die Motorikzentrale gefragt ist, kann sich unser Denkzentrum erholen und neue Kraft schöpfen. Deswegen geben viele Leute an, dass sie schon nach einem kurzen Spaziergang besser denken können. Auch die Bewegung an der frischen Luft führt unserem Gehirn mehr Sauerstoff zu, der für eine gute Konzentration nötig ist. Am besten sind also Aktivitäten unter freiem Himmel. 

Spielend das Gedächtnis trainieren 

Die grauen Zellen zu trainieren muss nicht unbedingt langweilig sein. Selbst Karten- und Brettspiele verbessern das strategische Denken und die Gedächtnisleistung eines Menschen. Und falls keine Mitspieler verfügbar sind, ist auch das kein Problem. Denn Mittlerweile gibt es gute Alternativen wie virtuelles Online Blackjack, Poker oder Schach. Gerade beim Schachspielen sind hohe Konzentration und viel Geduld gefragt. Was das Spiel noch empfehlenswerter macht, ist die Tatsache, dass es beide Gehirnhälften beansprucht. Dies fand eine deutsche Studie heraus, die zu dem Schluss kam, dass passionierte Spieler im Alter seltener an Alzheimer oder Demenz erkranken. Beim Blackjack hingegen werden das Kopfrechenvermögen und die Aufmerksamkeit unter Zeitdruck trainiert. Wie beim Poker finden auch Wahrscheinlichkeitsrechnungen statt, die scharfsinniges Denken fördern. 

Die Kraft der Musik nutzen 

Musik kann nicht nur unterhalten, sondern auch unser Konzentrationsvermögen steigern. Dabei spricht man vom sogenannten „Mozart-Effekt“. Denn gerade klassische Musik kann während des Lernens unsere Konzentration verbessern und die Gedächtnisleistung fördern. Dies ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden, da sich viele nur bei absoluter Stille konzentrieren können. Wichtig ist es, Musik zu wählen, die keinen Gesang enthält und einen beruhigenden Rhythmus hat. Noch besser als das Musikhören ist jedoch das Musik machen. Denn beim Musizieren laufen im Gehirn komplexe Prozesse ab, die positive strukturelle Veränderungen herbeiführen. So ist zum Beispiel erwiesen, dass sich das Erlernen eines Musikinstruments auch auf andere Lernfelder auswirken kann. Dazu gehört die Rechtschreibung oder das Lernen von fremden Sprachen. Letzteres hat übrigens seine ganz eigenen Vorteile. Gerade beim Anwenden einer Fremdsprache muss das Gehirn nämlich das Gedächtnis abfragen und gleichzeitig kreativ werden, falls das gewünschte Wort gerade nicht abrufbar ist.

Das Beste: Integriert man auch nur ein paar Dinge aus dieser Liste, kann man nicht nur mit einer gesteigerten Konzentration, sondern gleich einem besseren Lebensgefühl rechnen.