Medizin & Ernährung

Mit Low Carb nachhaltig abnehmen

Durch die Reduktion von Zucker wird der Organismus angehalten, seine Fettreserven anzugreifen. Schnelle und langfristige Erfolge sind möglich!

Low Carb – schnell abnehmen, ohne zu hungern

In der westlichen Welt ist Übergewicht eine Erscheinung, welche ca. 50 % der Menschen betrifft. Ein Low Carb Ernährungsplan ermöglicht es, kurzfristig innerhalb weniger Tage und Wochen Körperfett abzubauen. Zudem kann er der Begleiter einer langfristigen Ernährungsumstellung sein.

Unter Carbs werden Kohlenhydrate verstanden. Sie sind Bestandteil vieler Lebensmittel und werden vom Stoffwechselsystem schnell in Zucker (Glukose) umgewandelt. In dieser Form sind Carbs zusammen mit Fett für die Energieversorgung des Organismus verantwortlich. Ein Zuviel davon wird in Fettreserven umgewandelt und setzt sich an Hüften, Po und Beinen ab.

Wie funktioniert Low Carb?

Die heutige Ernährungsweise ist durch die überdimensionale Aufnahme von Kohlenhydraten gekennzeichnet. Fertiggerichte, Fast Food und unregelmäßige Essenszeiten gestalten den Tagesablauf vieler Zeitgenossen. Somit steht dem Körper immer schnell verwertbare Energie in Form von Glukose zur Verfügung. Diese Energie wird rasch verbraucht. Der Blutzuckerspiegel senkt sich und der Organismus schüttet Insulin aus. Dadurch macht sich ein Hungergefühl bemerkbar und der Körper verlangt nach mehr Zucker. Low Carb Ansätze gehen davon aus, dass eine reduzierte Aufnahme von Kohlenhydraten die Bildung von Fettreserven unterbindet und überflüssige Fettpölsterchen abbaut. Nur so können die Fettreserven zur Energiegewinnung herangezogen werden. Proteinhaltige Nahrung ersetzt dabei die Carbs. Das hat den Vorteil, dass der Körper auf “Fettbetrieb” umschaltet. Bleibt er nämlich vom stetigen Nachschub von Kohlenhydraten verschont, lässt es sich gekonnt abnehmen ohne Hunger. In der Leber werden die Fettzellen in Ketonkörper umgesetzt, die fortan die Energieversorgung des Organismus leisten.

Schnelle Anfangserfolge

Low Carb Diäten zeichnen sich durch schnelle Gewichtsabnahmen aus. Diese sind allerdings weniger dem Fettabbau geschuldet. Die Anfangserfolge auf der Waage hängen eher mit dem Verlust an Wasser zusammen, welches mit den in den Muskeln gespeicherten Kohlenhydraten ausgeschieden wird. Sobald der Ernährungsplan aufgegeben wird, lagert sich das Wasser schnell wieder in den Körperzellen ein. Bis dahin dient der anfänglich schnelle Gewichtsverlust als starke Motivation zum Durchhalten der Diät.

Wie viele Kohlenhydrate sind erlaubt?

Die Aussagen über die erlaubte Menge an Kohlenhydraten sind widersprüchlich. Radikalere Ideen setzen sich die Aufnahme von nicht mehr als 20 Gramm pro Tag als Ziel. Wenn mehr als 150 Gramm täglich zugeführt werden, kann eigentlich nicht mehr von einem Diätplan gesprochen werden. Experten gehen davon aus, dass ein erträglicher Ernährungsplan mit 100 bis 130 Gramm Kohlenhydraten täglich durchgehalten werden kann und respektable Ergebnisse erzielt.

Welche Lebensmittel sind zu vermeiden?

Kohlenhydrate sind in einer ganzen Reihe von Lebensmitteln enthalten. Vornehmlich Teigwaren wie Brot, Nudeln, Pasta und Pizza gelten als Kohlenhydratbunker. Obstsorten mit einem hohen Gehalt an Fruchtzucker (Fructose) gehören ebenfalls dazu. Dies gilt aufgrund der Lactose (Milchzucker) auch für zahlreiche Milchprodukte.

Bei Low Carb treten Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und vor allem Eier in den Vordergrund. Diese enthalten wenig Kohlenhydrate und wuchern mit einem hohen Proteinanteil.

Tipps und Tricks zum Abnehmen

Low Carb verlangt einen einigermaßen geregelten Tagesablauf mit drei Mahlzeiten, wobei auf Zwischenspeisen tunlichst verzichtet werden sollte. Das Frühstück ist die reichhaltigste Mahlzeit, bei der der größte Teil der vorgesehenen Kohlenhydrate verspeist werden darf. Mittags dann sind die Carbs auf nicht mehr als 30 Gramm zu reduzieren. Am Abend sind 10 Gramm die oberste Grenze, damit der Organismus des Nachts und bei leerem Energiespeicher die Fettreserven rekrutiert, um Atmung und Stoffwechselvorgänge aufrechtzuerhalten. Bei Low Carb wird also “im Schlaf” abgenommen.

Besonders in der Anfangsphase, wenn sich der Organismus von Kohlenhydrat- auf Fettverbrennung umstellt, leisten bestimmte Maßnahmen Hilfestellung, um Heißhungerphasen zu vermeiden. Diese schlagen nämlich schnell in Fressattacken um, die Diät wird abgebrochen und der sogenannte Jo-Jo-Effekt, der mit einer rapiden Gewichtszunahme verbunden ist, tritt auf den Plan. Deshalb bedarf es einer großzügigen Wasserzufuhr von zwei bis drei Litern täglich. Gute Ergebnisse werden erzielt, wenn 30 Minuten vor jeder Mahlzeit ca. 300 ml Wasser getrunken werden. Sollten sich Heißhungerattacken ankündigen, kann diesen mit einer Handvoll Nüssen, einigen Käsewürfeln oder einem gekochten Ei entgegengetreten werden. Das Trinken von ungesüßtem Tee oder Kaffee unterstützt diese Prozesse. Nach einer Woche etwa hat sich der Magen verkleinert und mit den neuen Essgewohnheiten arrangiert. Ab jetzt werden die Abnehmerfolge ohne Hungergefühle sichtbar.

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