Medizin & Ernährung

Optimaler Zahnersatz durch Zahnimplantation

So titelte ein TV-Werbespot für eine bekannte Zahnpastamarke. Für einen kraftvollen Biss braucht es jedoch nicht nur Zahncreme sondern vor allem Zähne. Fehlen diese, so sprechen nicht nur ästhetische Aspekte, sondern auch prophylaktische Gründen für einen Zahnersatz. Zahnlücken und "falsches Beißen" können Beschwerden und Folgeerkrankungen auslösen. Als Zahnimplantat bezeichnet die Zahnmedizin eine in den Kieferknochen eingedrehte oder eingesteckte Trägereinheit, welche die natürliche Zahnwurzel ersetzt. Ein Teil dieses Implantats ragt aus dem Kieferknochen heraus und wird als Abutement bezeichnet. Auf diesem "Träger" wird eine sogenannte Suprakonstruktion, der eigentliche Zahnersatz, angebracht. Zahnimplantate bestehen üblicherweise aus Titan, Keramikmaterialien oder thermoplastischem Kunststoff. Zahnersatz ist bereits seit dem 7. Jahrhundert bekannt. Im Unterkieferknochen einer Angehörigen der Maya fanden Forscher drei Zahnimplantate aus geschliffenen Muschelschalen.

Welche sind die Indikationen für ein Zahnimplantat und welche Vorteile bietet es?

Zahnlücken können zum Beispiel durch starken Kariesbefall, Krankheiten, Unfälle, Alterung oder Operationen (Weisheitszähne) entstehen. Zahnimplantation ist empfehlenswert, wenn der Zahnverlust nicht mit einer Zahnkrone ausgeglichen werden kann oder eine Brücke nicht genügend Halt findet. Implantate sind geeignet, solche Lücken naturgetreu, ästhetisch, "gefühlsecht" und voll belastbar zu schließen. Beeinträchtigungen der Aussprache können behoben, eventueller Knochenabbau gestoppt und die Nachbarzähne sowie die umgebende Schleimhaut geschont werden. Nach einem korrekten und komplikationsfreien Einsetzen des Zahnersatzes unterliegt dieser praktisch keiner Alterung und ist nahezu unbegrenzt haltbar.

Gibt es Kontraindikationen und Nachteile?

Es gibt eine Reihe von Gegenanzeigen, die eine Zahnimplantation ausschließen. Dazu zählen beispielsweise Erkrankungen wie Osteoporose, Auszehrung, die Einnahme von Medikamenten wie z.B. Psychopharmaka, Blutverdünner und andere mehr. Erst nach einer ausführlichen Anamnese durch den Zahnmediziner kann eine Entscheidung für oder gegen eine Implantation erfolgen. Für eine Zahnimplantation ist ein operativer Eingriff erforderlich, der wie alle medizinischen Maßnahmen mit Risiken verbunden ist. Das größte Risiko besteht in einer Infektion während oder nach der Operation. Um eine solche zu verhindern, ergeben sich hohe Anforderungen an die Mundhygiene. Im Bereich des Möglichen liegt auch die Verletzung von Nerven oder die Entzündung des Implantatbetts. Die Behandlungsdauer ist lang, da klassische Implantate vor dem Aufbringen der Suprakonstruktion 3 bis 6 Monate verheilen und mit dem Kiefer verwachsen müssen. Nicht zuletzt sind Zahnimplantate auch kostenintensiv. Aus diesem Grund erstellt der Zahnarzt einen Kostenvoranschlag zur Vorlage bei der Krankenkasse. Die gesetzlichen Krankenkassen sind bei der Kostenübernahme für Zahnersatz sehr zurückhaltend, gewähren aber unter Umständen einen Zuschuss. Es empfiehlt sich die Abklärung und das Einholen einer schriftlichen Zusage, auch bei Privatkassen. Die Operation selbst erfolgt normalerweise unter örtlicher Betäubung in der Zahnarztpraxis. Alternativ kann der Eingriff auch in einer Zahnklinik unter Narkose vorgenommen werden. Je nach Anzahl der einzusetzenden Implantate und des Zustands des Kieferknochens muss für die Implantation ein Zeitaufwand von 15 Minuten bis zu mehreren Stunden einkalkuliert werden.