Tiere

Naturschützer starten neue Vogelzählung

Berlin (dpa) - Was bedeutet mehr Trockenheit für die heimische Vogelwelt? Antworten erhofft sich der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) von der traditionellen Zählaktion «Stunde der Gartenvögel»:

Vom Freitag bis Sonntag sind Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im Garten oder Park zu zählen und ihre Ergebnisse zu melden. Das soll Hinweise auf die Entwicklung der Bestände geben. Im Fokus steht die Amsel, die als am weitesten verbreiteter Gartenvogel Deutschlands gilt.

«Wir erwarten unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Vogelarten» sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. «So hatten Haussperlinge 2018 offenbar gute Bruterfolge, weil durch das warme Wetter keine Jungvögel an Unterkühlung sterben konnten und vergleichsweise viele Insekten zu finden waren.» Amsel und Singdrossel, die sich Schnecken und Würmer am liebsten im feuchten Boden suchen, hätten dagegen wohl kein gutes Jahr gehabt.

Der Sommer 2018 gilt für Amseln noch aus einem anderen Grund als Katastrophe. Durch die langanhaltende Wärme konnte sich das tödliche Usutu-Virus, das durch Stechmücken übertragen wird, in fast ganz Deutschland verbreiten. Vor allem im Norden fielen nach Nabu-Angaben großen Teile der Amselpopulation der Krankheit zum Opfer. Die «Stunde der Gartenvögel» soll deshalb auch zeigen, wie sich das Virus auf die Bestände in einzelnen Regionen Deutschlands auswirkt.

Die «Stunde der Gartenvögel» findet zum 15. Mal statt und ist nach Nabu-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. 2018 beteiligten sich rund 57.000 Menschen und meldeten Vögel aus 37.000 Gärten und Parks. Unter der Internet-Adresse www.vogeltrainer.de stellt der Nabu 15 häufige Gartenvögel zum besseren Erkennen vor.