Wirtschaft & Finanzen

Auswirkungen des Lockdowns für die Wirtschaft

Bereits der erste Lockdown im Frühjahr 2020 verursachte einen kaum zu verschmerzenden Verlust für den Einzelhandel im Wert von geschätzten 30 Milliarden Euro. Nach ersten Lockerungen während der Sommerzeit begann sich der Einzelhandel langsam zu erholen. Doch nun wurde erneut ein bundesweiter Lockdown mit strengen Auflagen beschlossen, so dass auch die Geschäfte während der sonst so ertragreichen Weihnachtszeit erneut frühzeitig schließen müssen. Wie wirkt sich das auf den Einzelhandel aus? Und gibt es eventuell doch Gewinner, die erfolgreich aus der Corona-Krise hervorgehen? 

Die Folgen für den Einzelhandel 

Die Auswirkungen des Lockdowns sind vor allem für das Geschäft des Einzelhandels mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren folgenschwer. So brach der Umsatz in diesen Branchen im Durchschnitt um 27,7 Prozent ein. Außerdem gibt es laufend neue Trends in der Modewelt, so dass eine Schließung dieser Geschäfte verheerend wirkt. Die aktuellen Kollektionen sind ein paar Wochen bzw. Monate später bereits veraltet und können nicht mehr zum gewünschten Preis verkauft werden. Dies hat weitere Verluste zur Folge. 

Besonders hart werden Shopping-Center von den Lockdowns getroffen. Waren sie vor Corona ein Ort, wo viele Familien einen Nachmittag verbracht haben oder sich vor allem junge Menschen mit ihren Freunden getroffen haben, wirken sie seit der Corona-Krise fast verlassen. Laut einer Studie werden Einkaufszentren seit der Corona-Krise schlechter besucht als Geschäfte in den Innenstädten, vor allem wenn es sich um Shopping-Center mit einem hohen Anteil an Modegeschäften handelt. Diese Industrie hat sich in den letzten Monaten nämlich weitgehend ins Internet verlagert. 

Vorteile für den Online-Handel 

Der Online-Handel hat während der Corona-Krise bedeutend zugenommen. Seit März 2020 werden nämlich auch Waren des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, Drogerieprodukte, Tierbedarf und Medikamente im Internet gekauft. Ein kräftiges Wachstum verzeichnete der Online-Handel auch bei Freizeitartikeln, Möbel und anderen Haushaltsartikeln sowie Elektrogeräten. Auch im Modehandel stieg die Nachfrage im Laufe des Jahres online wieder deutlich an. 

Einzelhändler als Online-Verkäufer 

Aus diesem Grund haben viele Einzelhändler in den vergangenen Monaten das Internet als lukrativen, zusätzlichen Vertriebskanal entdeckt. Und die Möglichkeiten sind grenzenlos: Ob mit einem eigenen Online-Shop, mit dem Verkauf über Online-Marktplätze, oder mithilfe von zentralen, lokalen Webstores und persönlicher Beratung der Kunden per Live-Chat - diese Ideen haben vielen Einzelhändlern geholfen, bei ihren Kunden im Gespräch zu bleiben und auch den persönlichen Kontakt nicht zu verlieren. 

Viele Kunden haben diese neue Art des Einkaufens begrüßt. Mittlerweile haben sogar 30 Prozent der regulären Einzelhändler einen eigenen Online-Shop und fast 10 Prozent planen die Einrichtung eines solchen im Laufe des nächsten Jahres. 

Reine Onlinehändler profitieren am stärksten 

Reine Onlinehändler, die über keinen stationären Einzelhandel verfügen, haben seit der Corona-Krise jedoch am meisten profitiert. Obwohl der Online-Handel im vergangenen Jahrzehnt bereits enorm gewachsen ist und von Jahr zu Jahr zunimmt, sind die Online-Einkäufe mit Corona sprunghaft angestiegen. 

Bereits im vergangenen Jahr wurden im Internet Waren und Dienstleistungen im Wert von 94 Milliarden Euro brutto bestellt. In diesem Jahr wird jedoch höchstwahrscheinlich die Schwelle von 100 Milliarden Euro überschritten und ein Ende ist nicht abzusehen. 

In diesem Zusammenhang fällt natürlich der Internetgigant Amazon ein, der seinen Umsatz im dritten Quartal 2020 sogar verdreifachen konnte. Allein in diesem Jahr wurden im Amazon-Konzern 400.000 neue Stellen geschaffen, und es wird erwartet, dass die Zahlen und vor allem der Umsatz im nächsten Jahr weiter deutlich gesteigert werden. 

Der Boom anderer Online-Anbieter 

Überdies ist eine Zunahme von anderen Online-Anbietern, die nicht nur tägliche Gebrauchsartikel und Konsumgüter anbieten, zu verzeichnen. In der Fitnessbranche sind zum Beispiel viele Trainer auf Online-Coaching und Online-Kurse umgestiegen. Sogar Kosmetiker führen Beratungen und Hautanalysen online durch. Da durch den Lockdown viele Einrichtungen geschlossen haben, gibt es auch immer mehr Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten im Internet. Der Casino Vergleich von Casibella zeigt, dass sich speziell Online Games 2020 stark etablieren können, nicht zuletzt durch Streaming Plattformen wie Twitch. Sogar virtuelle Reisen werden im Zuge der zunehmenden Digitalisierung angeboten - der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. 

Vorausschau in die Zukunft 

Covid-19 hat eine Beschleunigung des Strukturwandels in Richtung Internethandel zur Folge. Dadurch werden die Umsätze des Einzelhandels immer weiter reduziert, was viele Insolvenzen zur Folge haben wird. Viele Einzelhändler werden das bestehende Filialnetz konsolidieren müssen, um überleben zu können und - wenn auch zumindest nur teilweise - in den Internethandel miteinsteigen müssen. Außerdem werden auf Dauer bestehende Lagerflächen reduziert und das Sortiment verkleinert, um Fixkosten zu sparen. Dies hat jedoch wiederum zur Folge, dass viele Kunden die gewünschten Güter online bestellen, da dies schneller und unkomplizierter ist. Der eindeutige Gewinner der Corona Zeit ist also eindeutig der Online-Handel in allen seinen Variationen!

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