Wirtschaft & Finanzen

BaFin arbeitet am Ende der Nachschusspflicht bei Differenzkontrakten

Schon im Jahr 2017 beschloss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein für den deutschen Markt geltendes Nachschussverbot beim Handel mit den sogenannten Differenzkontrakten. Für die deutsche Bundesanstalt war die Sache damit beendet. Jedoch legte wenig später die Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde nach und begann die Beschränkungen zu erweitern. Nun wurden von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Beschränkungen angehoben, um das Niveau der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde zu erreichen.

Bundesanstalt zieht gleich - was bedeutet das für den deutschen Privatanleger?

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) bereitet sich nun nach den binären Optionen auch darauf vor, dass bei den finanziellen Differenzkontrakten (Englisch: Contracts for Difference - kurz: CFD) die Produktinterventionsmaßnahme, wie von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Englisch: European Securities and Markets Authority - kurz: ESMA) geplant, ebenfalls ausläuft. Nun will man auch von Seiten der BaFin, dass die Vermarktung, der Vertrieb sowie Verkauf der von CFD an die deutschen Privatkunden neuerlich beschränkt wird. Das heißt, dass auf den deutschen Privatanleger wieder Änderungen zukommen.

Nun folgen der standardisierte Risikohinweis und die automatisierte Verlustbegrenzung

Der Entwurf der Allgemeinverfügung wurde bereits von Seiten der BaFin veröffentlicht. Der Plan? Man will das Nachschusspflichtverbot für deutsche Kleinanleger aufrechterhalten. Das Verbot der Nachschusspflicht wurde schon im Mai 2017 durch die BaFin sowie auch durch die ESMA ausgesprochen und war in weiterer Folge für die gesamte EU gültig.

Die Produktinterventionen der EMSA sieht zudem auch automatisierte Verlustbegrenzungen, standardisierte Risikohinweise, maximal zulässige Hebel sowie auch Vermarktungsbeschränkungen vor. Derartige Schutzmaßnahmen für deutsche Kleinanleger werden von der BaFin nun ebenfalls übernommen. Aufgrund der Tatsache, dass die Bundesanstalt die Anpassungen der ESMA übernommen hat, besteht nun dasselbe Schutzniveau. So will man auch zugleich mögliche Ausweichbewegungen von Anbietern verhindern, die sich in anderen EU-Ländern befinden. Das Ziel? Die Nachschusspflicht bei CFDs soll im gesamten Euro-Raum fallen.

Gefahren des CFD-Handels dürfen nicht ignoriert werden

Bei den Differenzkontrakten mit der Nachschusspflicht hat die Bundesanstalt schon immer ein unkalkulierbares Risiko für den Kleinanleger gesehen. So auch, wenn es um den CFD-Handel ohne Verlust- wie Hebelbegrenzung geht. Zudem hält die BaFin auch den Umstand problematisch, dass es bislang von Seiten der Anbieter kaum eine Risikoaufklärung gegeben hat. Aus Sicht der Bundesanstalt dürfen Kleinanleger nicht mit Rabatten, Boni, Startguthaben oder anderen Incentives vom Risiko abgelenkt werden, das - vor allem beim Handel mit CFDs - sehr hoch ist. Aus diesem Grund ist die standardisierte Risikowarnung auch unerlässlich - die BaFin will somit den Kleinanlegern von Anfang an zu verstehen geben, dass die Gefahren des Handels nicht unterschätzt werden dürfen.

Warum interessieren sich immer mehr Trader für den Handel mit den Differenzkontrakten?

Bei CFDs handelt es sich um finanzielle Differenzgeschäfte. Hier kann der Anleger spekulieren, wie sich die Kurse der einzelnen Basiswerte entwickeln werden. Basiswerte sind etwa Aktien, Indizes, Währungspaare, Zinssätze oder auch Rohstoffe. Vergleicht man den Kapitaleinsatz des Anlegers mit einem Direktinvestment, so fällt dieser durchaus gering aus.

Interessiert man sich für den CFD-Handel, so braucht man zu Beginn einen Broker. Im Zuge eines Brokervergleichs kann man dann relativ schnell in Erfahrung bringen, welche Gebühren anfallen und welche Leistungen zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist dabei, dass der Broker die Vorstellungen des Traders erfüllt - es geht also vorweg um die Frage, ob das in Aussicht gestellte Leistungsangebot auch mit der Strategie des Traders zusammenpasst.

Aufgrund der Tatsache, dass der Handel heutzutage auch schon unterwegs über das Smartphone oder Tablet möglich ist, sollte man sich auch mit der Frage befassen, ob von Seiten des Brokers eine (wenn möglich: kostenlose) App zur Verfügung gestellt wird. Wichtig ist daher ein guter Vergleich von CFD Trading Apps, sodass auch in der U-Bahn oder im Wartezimmer des Arztes auf etwaige Marktentwicklungen reagiert werden kann. Wenn man schon die Möglichkeit hat, dann sollte diese auch genutzt werden.

Steigt oder fällt der Kurs?

Der Anleger entscheidet sich für einen Basiswert und spekuliert, ob der Kurs steigt oder fällt. Verändert sich der Kurs des Basiswerts, so werden die entsprechenden Kursverluste oder auch Kursgewinne im CFD nachvollzogen. Ist die Differenz positiv, so bekommt der Anleger den Differenzbetrag vom CFD-Anbieter - ist die Differenz hingegen negativ, so wird sie vom Anleger ausgeglichen.

Im Mittelpunkt des CFD-Handels steht die Hebelwirkung. Durch den sogenannten Hebeleinsatz ist es möglich, dass man ein höheres Volumen mit einem geringen Einsatz bewegen kann - das heißt, die möglichen Gewinne fallen höher aus. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass höhere Verluste, sofern sich der Markt in die andere Richtung bewegt, vorprogrammiert sind.

Auch wenn die Nachschusspflicht fällt, so müssen Trader dennoch vorsichtig sein - wer sich für den Handel mit CFDs entscheidet, darf das Risiko nie außer Acht lassen!