Wirtschaft & Finanzen

Gastronomie in Schleswig-Holstein: Das Warten auf die Öffnung

Viele Gastwirte und Pensionsbesitzer in Schleswig-Holstein hatten sich große Hoffnungen gemacht, dass sie wenigstens zu Ostern wieder Gäste empfangen können. Das lange Osterwochenende und die darauffolgenden Osterferien sind traditionell einer der Umsatzbringer in der Branche, da normalerweise viele Deutsche die freien Tage nutzen, um ein wenig Nord- oder Ostseeluft zu schnuppern und dementsprechend auch im Norden übernachten. Jedoch hieß es dann wieder: Nichts da, die Republik wurde in einen weiteren Lockdown versetzt. Wann nun wieder geöffnet werden kann, steht angesichts des schleppenden Impftempos in den Sternen. Die Hotel- und Gastronomiebranche wartet nun sehnsüchtig, dass es wenigstens im Sommer wieder losgeht.

Umgekehrt heißt es für diejenigen, die sich schon auf einen Kurzurlaub an frischer Seeluft geplant hatten, dass sie ihre Freizeit so lange weiterhin auf dem Sofa bei Netflix oder auch mit Spielen auf dem Handy verbringen. Viele spielen mittlerweile auch um echtes Geld. Die Umsätze der Anbieter von Glücksspielen im Internet sind dementsprechend seit Beginn der Pandemie gestiegen, so David Kästner von onlinecasinos24.net. Die Spielebranche ist im Gegensatz zum Hotel- und Gastronomiegewerbe einer der Gewinner in der Krise.

Nicht wenigen Gastwirten stehen vor dem Aus

Viele der Pensions- und Restaurantbetreiber sind extrem sich extrem enttäuscht über die weiterhin verlängerten Schließungen, zumal viele von ihnen ein Hygienekonzept ausgearbeitet haben. Dazu kommt, dass viele in der Branche um ihr wirtschaftliches Überleben ringen. Selbst für den Sommer sind kaum Planungen möglich. Eine Wiederöffnung muss schließlich gut vorbereitet sein, es müssen Waren eingekauft und Saisonpersonal eingestellt werden.

Manche haben angesichts ihrer Situation und dem Hin und her bei den politischen Beschlüssen auch regelrecht Wut im Bauch. Völlig unverständlich ist zum Beispiel, dass die Menschen in den Flieger steigen und im Ausland Urlaub machen dürfen, während hierzulande alles geschlossen bleiben muss. Selbst in abgeschiedenen Pensionen, in denen Gäste kaum Kontakt zu anderen haben, sind keine Übernachtungen möglich.

Der DEHOGA, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband schätzt, dass eine große Zahl der Gastronomie- und Hotelbetriebe nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfen Insolvenz beantragen müssen. Einige haben nur deshalb bis jetzt keine Insolvenz beantragt, weil die Pflicht zum Stellen eines Insolvenzantrags ausgesetzt wurde. Der Interessenverband fordert die Politik daher eindringlich auf, pragmatische Lösung und eine Perspektive für die Branche zu schaffen. Ein Dauerlockdown kann keine Lösung sein. Kein Betrieb dürfe länger geschlossen bleiben, als es aus gesundheitspolitischen Gründen angemessen ist. Gefordert wird deshalb, dass die Türen zumindest für Geimpfte und Menschen mit negativem Schnelltest wieder geöffnet werden.

Finanzielle Hilfen nur bis zum Juni

Aktuell können die Restaurants- und Pensionsbetriebe das sogenannte Überbrückungsgeld III beantragen. Dieses wird jedoch nur bis zum Juni gewährt. Das Überbrückungsgeld III dient dazu, die laufenden Ausgaben wie Mieten, Versicherungen, Strom oder Leasing-Kosten zumindest zu einem Teil decken. Gleichzeitig soll es auch als „Neustart-Hilfe“ für die Wiedereröffnung dienen. Darüber hinaus wird den Gastronomiebetreibern eine Mehrwertsteuersenkung auf 7 % für alle Getränke und Speisen, die außer Haus verkauft werden, gewährt.

Die Gastwirte müssen, um die Überbrückungshilfe III in Anspruch zu nehmen, über ihren Steuerberater den durchschnittlichen Umsatz im Jahr 2019 nachweisen, wovon ihnen dann 75 % als nicht rückzahlbarer Zuschuss erstattet werden. Betriebe, die ihre Geschäftstätigkeit erst nach 2019 aufgenommen hatten, können den Umsatz im Oktober 2020 oder den bisherigen durchschnittlichen Umsatz als Berechnungsgrundlage heranziehen. Zu beachten ist jedoch, dass andere staatliche Hilfen wie Kurzarbeitergeld oder bereits gewährte Hilfen auf die Überbrückungshilfe III angerechnet werden. Die Hilfen werden außerdem nur für angemeldete Gewerbebetriebe gewährt. Private Pensionsbetreiber erhalten keine staatlichen Hilfen zur Überbrückung.

De facto ist es jedoch so, dass die Auszahlungen vielfach nur schleppend vorangehen, währenddessen die Mieten und die anderen laufenden Fixkosten weitergezahlt werden müssen. In vielen Fällen trifft das Überbrückungsgeld erst Wochen oder manchmal auch erst nach einigem Hin und Her Monate später ein. Beispielsweise wurde die sogenannte Novemberhilfe in 2019 vielfach erst ab Februar 2021 ausgezahlt. Jedoch, und das muss auch dazu gesagt werden, können die Restaurant- und Hotelbetreiber können zur Linderung von Notlagen auch Abschlagszahlungen beantragen.