Wirtschaft & Finanzen

Inflation: Was bedeutet die Zinserhöhung für Verbraucher?

Die Inflationsrate ist in Deutschland innerhalb des letzten Jahres explodiert und mit 7,9 % hat die höchste Entwertung des Geldes seit Herbst 1981 stattgefunden – ein schwarzer Rekord. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins angehoben hat, folgte am 09.06.2022 erstmals seit 11 Jahren die Europäische Zentralbank.

Aufgrund einer Störung von Lieferketten sowie einer Knappheit von Energie sowie Rohstoffen, insbesondere durch Folgen der Corona-Pandemie sowie den Krieg in der Ukraine, vermuten Experten, dass mit einer schnellen Entspannung der Preise nicht zu rechnen ist. Folglich kann sich der Verbraucher mit einem Euro immer weniger leisten. Um die Inflation zu verlangsamen und die Entwicklung des Euro zu stabilisieren, beschloss die EZB im Juli den Leitzins um 0,25 % anzuheben. Bei dem Leitzins handelt es sich um einen definierten Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen – oder es anlegen. Diese Politik hat nicht nur Auswirkungen auf die Konjunktur, die durch die Zinserhöhungen geschwächt wird, da die Nachfrage nach Gütern in der Wirtschaft reduziert wird. Die Erhöhung der Zinsen hat auch Folgen für Verbraucher, insbesondere Sparer und Kreditnehmer. Diese erläutern wir Ihnen im Folgenden: 

Zinsen für Kredite könnten steigen 

Kreditnehmer aufgepasst! Der effektive Jahreszins für Ihr Kreditvorhaben – egal ob Baufinanzierung, Autokredit oder Kredit zur freien Verwendung – könnte steigen. Aktuell befinden wir uns noch in der Niedrigzinsphase, die Darlehen seit Ende der Weltwirtschaftskrise besonders attraktiv macht. Mit der Anhebung des Leitzinses könnte sich dies in absehbarer Zeit, wenn auch nur in geringem Maße, ändern. Da Banken zukünftig höhere Zinsen zahlen müssen, um bei der Zentralbank Geld zu parken, werden diese Zinserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben. In der Folge sinkt die Nachfrage nach einem Darlehen. Das gilt selbstverständlich nicht für laufende Kredite, sondern diejenigen Verbraucher, die eine Anschlussfinanzierung benötigen oder ein neues Darlehen aufnehmen möchten. Trotzdem gibt es für den Verbraucher Möglichkeiten, die Kreditkosten zu senken – und zwar mit einem Kreditvergleich über Online-Vergleichsportale wie Financer. Online-Kreditrechner sind unverbindliche und kostenlose Tools, die potenziellen Kreditnehmern dabei helfen, das unübersichtliche Online-Angebot zu durchforsten und einen günstigen Anbieter zu finden. 

Sparer profitieren von den Zinserhöhungen 

Sparer gehören zu den Gewinnern der Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. Aktuell müssen Banken noch Negativzinsen in Höhe von 0,5 % zahlen, wenn Sie Geld bei der EZB parken. Diese ungünstigen Konditionen wurden an die Verbraucher in Form des Nullzinses weitergegeben, wodurch Spareinlagen, die als beliebteste Anlageform der Deutschen gelten, äußerst unattraktiv wurden. In der Folge entschlossen sich immer mehr Sparer dazu, nach anderen Anlageformen zu suchen, um eine bessere Rendite einzufahren – oder wenigstens der Inflation vorzubeugen. Nun gibt es gute Nachrichten – die Zeiten der Nullzins-Politik sind bald vorbei und in absehbarer Zeit (Experten rechnen mit dem dritten Quartal des Jahres 2022) können Sparer wieder mit positiven Zinsen rechnen. Noch gibt es keine Euphorie, da noch einige Zeit vergehen wird, bis Verbraucher nennenswerte Zinsen für ihr Erspartes auf Giro- oder Tagesgeldkonten erhalten. Prognosen gehen jedoch davon aus, dass der Leitzins in diesem Jahr noch bis auf 0,75 % angehoben werden könnte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische sowie ökonomische Situation primär im EWR, aber auch global entwickelt.

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