Wirtschaft & Finanzen

Ist Bitcoin bald so selten wie Gold?

Der für Mai 2020 anstehende Halving-Effekt, das ist die Halbierung der für das Bitcoin-Schürfen gewährten Belohnung, sorgt nicht nur bei den Krypto-Fans für neue Fantasien. Auch Notenbanker befassen sich nun stärker mit dem Bitcoin, da man davon ausgehen kann, dass im Zuge der Halbierung ein weiterer Höhenflug, der ungeahnte Ausmaße annehme könnte, folgen wird.

McAfee ist sicher: Bitcoin wird einen Wert von 2 Millionen US Dollar erreichen

Zahlreiche Anleger träumen von einem neuen Bitcoin-Höhenflug, der dann für ein neues Allzeithoch sorgen soll. Folgt man den neuesten Prognosen, so kann ein Investment in den Bitcoin durchaus empfohlen werden. Besonders optimistisch ist hier beispielsweise John McAfee, der nun sogar seine Prognose, der Bitcoin werde 2020 im Bereich der 1 Million US Dollar liegen, revidierte und behauptete, Ende 2020 wird der Wert des Bitcoin 2 Millionen US Dollar betragen. Das letzte Kursziel der BayernLB, das mit 90.000 US Dollar je Bitcoin berechnet wurde, wirkt im direkten Vergleich schon fast pessimistisch.

Beide, die BayernLB und McAfee, verweisen darauf, dass die Knappheit als Kurskatalysator gesehen werden kann. Zum aktuellen Zeitpunkt sind um die 18 Millionen Coins geschürft worden - das heißt, im Umlauf befinden sich 85 Prozent aller verfügbaren Coins. Im Zuge des Mining-Prozess können nur noch 3 Millionen Coins geschürft werden, bis die Grenze von 21 Millionen Coins erreicht wird.

Folgt man den aktuellen Schätzungen, so sind 7 Millionen Coins der Kryptowährung verloren - etwa deshalb, weil die Zugangsdaten der Wallets verloren wurden. „Der Bitcoin ist ein richtig knappes Gut geworden. Das wirkt sich sehr wohl positiv auf die existierenden Münzen und dem zusätzlich produzierten Angebot aus“, so Carlo Alberto de Casa, der bei dem britischen Broker ActivTrades als Chefanalyst tätig ist.

Libra fungierte als Preistreiber

Die sogenannte Stock to flow-Ratio liegt für den Rohstoff Gold bei 58. Sinkt die Blockbelohnung im Mai 2020 von 12,5 Bitcoins auf 6,25 Bitcoins, so kommt es auch zu einer Steigerung der Stock to flow-Ratio - und zwar von 25 auf 50. Das heißt, der Bitcoin wird Mitte des kommenden Jahres wohl genauso selten wie Gold werden. Auf Grundlage des gewählten Modells müsste der faire Preis dann bei einer Verzehnfachung des aktuellen Niveaus liegen.

Schon bei den letzten beiden Halving-Prozessen, die Ende 2012 wie 2016 stattgefunden haben, konnte man eine Kurssteigerung des Bitcoin beobachten. Auch wenn sich der Bitcoin seit Ende des Sommers in einer Abwärtsspirale befindet, so gibt es doch noch immer genügend Prognosen, die die Kryptowährung bereits bei über 20.000 US Dollar sehen.

Schlussendlich darf an dieser Stelle nicht außer Acht gelassen werden, dass der Höhenflug, der zu Beginn des Jahres 2019 beobachtet werden konnte, wohl Libra verdankt werden kann. Denn das Facebook-Projekt der hauseigenen Kryptowährung war durchaus ein Preistreiber - aber auch mitunter der Grund, warum es wieder steil nach unten ging. Denn nachdem das Projekt von zahlreichen Regierungschefs wie Notenbankern kritisiert wurde, haben sich auch die ersten namhaften Partner, so beispielsweise PayPal, eBay, Mastercard wie Visa, verabschiedet. Der Bitcoin-Preis, der von 3.000 US Dollar (Januar 2019) auf fast 14.000 US Dollar (Ende Juni 2019) kletterte, stürzte wenig später auf unter 10.000 US Dollar, Ende Oktober dann auf 7.500 US Dollar ab.

Bitcoin befindet sich noch in der Gewinnzone

Berücksichtigt man den Umstand, dass der Bitcoin-Preis noch zu Beginn des Jahres bei 3.000 US Dollar lag, so ist - selbst bei einem Absturz auf 6.000 US Dollar - eine Preisverdopplung eingetreten. Ob 2020 dann der nächste Höhenflug kommen wird, steht zwar noch in den Sternen, doch die Experten sind sich sicher, dass der Preis garantiert steigt. Die Frage, die sich die Krypto-Fans wie Investoren nur stellen müssen, lautet, ob es dann wieder zum Absturz kommt. Denn schon 2017, als der Bitcoin an der 20.000 US Dollar-Marke kratzte, folgte dann 2018 der herbe Rückschlag.

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