Wirtschaft & Finanzen

So holt man trotz Niedrigzinsphase mehr aus seinem Geld heraus

Aktuell ist es schwierig, sein Geld gewinnbringend anzulegen. Die Niedrigzinsphase hält nun schon seit fast einem Jahrzehnt an und ein Ende ist nicht absehbar. Für diejenigen, die einen Kredit zum Hausbau oder ähnliches brauchen, ist das gut, denn sie müssen weniger Zinsen an die Bank zurückführen und können dadurch schneller tilgen. 

Doch diejenigen, die ihr Kapital wachsen lassen möchten, nehmen immer mehr Abstand zu klassischen Anlagemodellen, die momentan im schlimmsten Fall ein Minusgeschäft, im besten Fall ein Nullsummenspiel im Kampf gegen die Inflation bedeuten. Kontoguru.net bietet Verbrauchern einen Überblick über verschiedene Anlagestrategien und stellt neben den klassischen Modellen auch alternative Möglichkeiten mit guten Renditen vor.

Diese Alternativen gibt es 

Wer dem Sparbuch, Sparbrief oder Tagesgeldkonto aufgrund der niedrigen Zinsen abschwören möchte, hat diverse Optionen, um sein Geld anderweitig anzulegen. Die erste Frage, die es dabei zu berücksichtigen gilt, ist die nach der individuellen Risikobereitschaft. Grundsätzlich ist es so, dass mit der Risikobereitschaft auch die Option auf höhere Rendite steigt – im Gegenzug erhöht sich damit im Zweifelsfall aber auch das Verlustrisiko. Es gilt also, klar abzuwägen, ob man Verluste in Kauf nehmen könnte, um im besten Fall schnell viel Geld zu machen, oder ob man lieber auf sicherere Anlagestrategien setzt, um sein Vermögen langsam, aber stetig zu vermehren. 

Spekulative Geldanlagen 

Das primäre Ziel beim klassischen Sparen ist es, den Wert seines Kapitals zu konservieren. Durch die Zinsen soll dieses ein paar Jahre später mindestens ebenso viel Wert sein wie zum Anlagezeitpunkt. Der Großteil der Zinsen dient dabei dem Kompensieren der Inflation. Das ist der Betrag, um den unser Geld jährlich an Wert verliert – die Kaufkraft des Geldes sinkt. 

Das ist heute bei einigen Anlagen noch möglich, ein Zuwachs des Vermögens jedoch nicht mehr. Immer mehr Menschen weichen deshalb auf spekulative Geldanlagen aus. Doch auch dabei gibt es Unterschiede: 

Investition in sehr volatile Anlagen 

Kryptowährungen haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Vor allem das Flaggschiff Bitcoin hat durch extreme Kurssteigerungen geglänzt. Wer in den Anfangszeiten für wenige Cent investiert hat, konnte sich auf diese Art ein Vermögen verdienen. Tatsächlich gehören Kryptowährungen zu den volatilsten Geldanlagen, denn Prognosen zum Wertverlauf fallen selbst Experten schwer. 

Der Vorteil an Kryptowährungen ist, dass man dabei meist nicht nur in die digitale Währung selbst, sondern in die Blockchain-Technologie dahinter investiert. Experten sind sich einig, dass wir noch am Anfang einer Blockchain-Revolution stehen, die in den nächsten fünfzig Jahren herkömmliche Datenbanklösungen ablösen wird. Es ist also davon auszugehen, dass die allgemeinen Krypto-Kurse sich tendenziell nach oben bewegen werden. Wer klug investiert, kann somit auch bei einer kleinen Investition über die kommenden Jahre Geld verdienen. 

Aktien kaufen 

Etwas weniger spekulativ, aber dennoch nicht ohne Risiko, ist der Aktienhandel. Dieser hat sich im letzten Jahrhundert etabliert und bereits einige Millionäre hervorgebracht – ebenso gab es viele Menschen, die an der Börse alles verloren haben. 

Ein moderater Anleger, der eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, wird aber in der Regel keinen Totalverlust erleiden. Die Hauptregeln beim Aktien kaufen lauten: Überblick über den Markt verschaffen, Volatilitätsfaktoren kennen und verstehen, Preislinien analysieren, den passenden Einstieg finden, Budget setzen und Kapital streuen. Wer diese Punkte befolgt, kann langfristig solide Rendite an der Börse erwirtschafte. 

Goldener Mittelweg: ETF-Sparen 

Bei ETFs handelt es sich um Depots, die automatisch oder durch einen Makler mit einem Querschnitt durch die Börse befüllt werden. Dabei kann es sich um eine Aktienbörse wie den DAX, um bestimmte Rohstoffe wie Wasser oder Edelmetalle, aber auch um bestimmte Branchen wie Krypto handeln. 

Dadurch, dass das investierte Kapital maximal gestreut wird und einen kompletten Markt widerspiegelt, sinkt das Risiko auf Verluste. Gleichzeitig reduziert sich natürlich auch die Chance auf hohe Rendite – ETFs sind sozusagen der Mittelweg zwischen klassischen Anlagen und spekulativen Anlagen. Kleine Verluste werden durch die Gewinne anderer Werte im Portfolio kompensiert, was für mehr Sicherheit sorgt. ETFs eignen sich für langfristige Anlageziele. 

Auch heute gibt es noch Möglichkeiten, mehr aus seinem Geld zu machen. Wer sich höhere Rendite wünscht, muss aber auch ein bisschen mehr Risiko eingehen.

© Boyens Medien - Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.