Wirtschaft & Finanzen

Wie Unternehmen dabei helfen, die Nordsee und andere Meere zu schützen

Inzwischen kann es niemand mehr leugnen: Es gibt zu viel Plastikmüll in den Meeren dieses Planeten. Damit das nicht so bleibt, kämpfen seit vielen Jahren Umweltschutzorganisationen, aber zunehmend auch Akteure aus der Privatwirtschaft, für saubere Ozeane. 

Ganz neu an Bord ist Rossmann. Die niedersächsische Drogeriekette hat Ende Januar angekündigt, ab Frühjahr 2020 mit Plastic Bank zusammenzuarbeiten. Diese NGO verbindet die Reduzierung von Plastikmüll mit sozialem Engagement gegen Armut. Es ist nicht das einzige Beispiel für eine Kooperation zwischen einem Unternehmen und einer Umweltschutzorganisation, die ihre eigene Expertise einbringt. 

Strandreinigungen von NORDSEE werden zur Tradition 

Andere Unternehmen sind schon länger mit von der Partie, so zum Beispiel die Restaurantkette NORDSEE: Im September 2016 rief das Unternehmen erstmals zu einer gemeinsamen Strandreinigung am Weserstrand auf. Daran nahmen nicht nur Beschäftigte bis hin zum damaligen Chef teil, sondern auch mehrere Freiwillige. 

Inzwischen ist die Strandreinigung von NORDSEE zu einem regelmäßigen Ereignis geworden. Auch der Bremerhavener Oberbürgermeister war schon einmal dabei. Die nächste Aktion soll am 14. März 2020 stattfinden. Damit positioniert sich das Unternehmen auf dem Markt, indem es Nachhaltigkeit sehr praktisch und greifbar umsetzt. Da freiwillige Helfer auch spontan vorbeischauen können, kommen die Mitarbeiter in direkten Kontakt mit ihren Kunden. 

Umweltschutz ist sowohl für Beschäftigte als auch für Kunden von Bedeutung 

Ein weiteres Unternehmen, das sich für die Umwelt einsetzt, kommt ebenfalls aus dem Norden. Die Hamburger fritz-kulturgüter GmbH, vor allem für die Softdrinks fritz-kola und fritz-limo bekannt, hat die „Aktionen gelebter Nachhaltigkeit“ eingeführt. In deren Rahmen nehmen alle Angestellten des Betriebs an ökologischen oder sozialen Projekten teil. 

Dazu zählen natürlich ebenfalls Strandreinigungen an Nord- und Ostsee. Die teilnehmenden Beschäftigten werden dafür freigestellt. Das sorgt für einen abwechslungsreicheren Joballtag und macht die Firma auch als Arbeitgeber attraktiver. 

Auch den Kunden sind umweltfreundliche Projekte wichtig. Die Supermarktkette Edeka kooperiert schon länger für verschiedene Themen mit der bekannten Umweltschutzorganisation WWF, einem echten Experten. Diese Betonung von ökologischer Verantwortung lohnt sich: Laut einer Studie achten Edeka-Kunden ganz besonders auf nachhaltige Produkte. 

Das Mittelmeer braucht diese Hilfe mehr denn je 

Was für Nord- und Ostsee gilt, gilt erst recht für das Mittelmeer. Es ist eines der am stärksten vermüllten Meere. Daher startete beispielsweise das Inselradio Mallorca, ein deutschsprachiger Radiosender auf der populären Urlaubsinsel, 2018 die Aktion „Bleib sauber! - Mehr Mallorca und weniger Müll“. Im Rahmen von Strandreinigungen und Interviews mit Fachleuten sollen Touristen und Einheimische für das Thema sensibilisiert werden. 

Auch eine andere beliebte Mittelmeerinsel, Malta, ist von der Müllbelastung betroffen. Daher hat 2017 der Online-Casino-Betreiber Mr Green, der seine Büros in Malta hat, das Projekt „Clean the Sea“ aus der Taufe gehoben. Sachkundige Partner sind die University of Malta und das International Ocean Institute, eine NGO zum Schutz der Meere. Die Initiative beinhaltet Strandreinigungen und Analysen über die genauen Ausmaße und Bewegungen des Plastikmülls im Mittelmeer. Auch hier können Beschäftigte bei voller Bezahlung teilnehmen, ohne dafür Urlaubstage verbrauchen zu müssen. 

Ob an der Nordsee oder im Mittelmeer: Immer mehr Unternehmen üben ihre soziale Verantwortung aus und engagieren sich für saubere Ozeane und andere Belange. Durch die Zusammenarbeit mit NGOs und Forschungseinrichtungen wird die nötige Expertise gewährleistet. Von der dadurch gesteigerten Öffentlichkeit profitieren neben der Umwelt auch die Unternehmen selbst, ihre Kunden und ihre Beschäftigten.

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