- Gesundheit im Dialog -

Advent, Advent: Risiko  Brandverletzungen bei Kindern

Kerzenlicht, heißer Tee und Plätzchenbacken - das gehört zur Advents- und Winterzeit einfach dazu. Doch mit offenem Feuer und heißen Getränken steigt auch die Gefahr sich zu verbrennen oder zu verbrühen. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest, wie sich Verbrennungen vermeiden lassen und über erste Hilfe vor Ort.

Pro Jahr werden rund 30.000 Kinder in Deutschland unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt, etwa jedes Vierte davon verletzt sich so schwer, dass es stationär behandelt werden muss - so die Initiative für brandverletzte Kinder, Paulinchen e.V.

Vor allem die kleineren Kinder sind gefährdet, sich zu verbrennen oder zu verbrühen, da sie das Risiko noch nicht einschätzen können. Mit geeigneten Vorsichtsmaßnahmen lassen sich jedoch viele Unfälle vermeiden. "Verbrennungen und besonders Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Das gilt besonders für Mädchen und Jungen im Vor-schulalter. Die meisten Unfälle geschehen im zweiten Lebensjahr, wenn das Kind laufen gelernt hat und Gegenstände zu sich herunterziehen kann", sagt AOK-Mediziner Dr. Thorsten Sebens.

Meist passiert es in der Küche

Unfallort ist dabei meist die Küche. Herd, Backofen, heiße Töpfe oder Plätzchenbleche, all das sind Gegenstände, an denen sich die Kinder verbrennen können. Gefährlich sind auch elektrische Geräte mit herunterhängenden Kabeln wie Wasserkocher, Bügeleisen oder die Decke auf dem Tisch, die von den Kleinen unabsichtlich heruntergezogen wird. Kerzenlicht oder offene Flammen im Kamin sind oft besonders faszinierend. Vor allem kleine Kinder sollten daher nie mit brennenden Kerzen, Lagerfeuer oder Feuerschalen alleine gelassen werden.

Was vorbeugend getan werden kann

Die meisten Unfälle mit kleinen Kindern können verhindert werden, wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört:

Streichhölzer und Feuerzeuge immer konsequent wegzuschließen oder statt echter Kerzen in der Adventszeit LED-Kerzen verwenden. Adventskränze immer auf eine feuerfeste Unterlage stellen und brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen. Wer echte Kerzen auf dem Weihnachtsbaum nutzt, sollte zur Sicherheit einen Eimer mit Wasser in die Nähe stellen.

Allgemein gilt: weder Tischdecken noch baumelnde Kabel von Wasserkochern oder Bügeleisen herunterhängen lassen. Tassen oder Kannen mit heißen Getränken immer weit entfernt vom Tischrand zu stellen und die Topf- und Pfannengriffe auf dem Herd immer nach hinten zu drehen.

Erste Hilfe bei Verbrennung und Verbrühung

Wenn es doch passiert und sich ein Kind verbrennt oder mit heißen Flüssigkeiten verbrüht hat, gilt es schnell zu handeln und insbesondere durch Kühlung ein Fortdauern der Hitzewirkung im Gewebe - das sogenannte "Nachbrennen" - zu verhindern“, so AOK-Mediziner Dr. Sebens.

Zuerst sollten in Brand geratene Kleidung mit Wasser gelöscht oder die Flammen mit einer Decke erstickt werden. Bei Verbrühungen muss die mit heißer Flüssigkeit durchtränkte Kleidung rasch, aber vorsichtig ausgezogen werden. Kleinflächige Verbrennungen, zum Beispiel am Finger, werden am besten mit handwarmem Wasser (mindestens 15 Grad Celsius) für zehn bis 15 Minuten behandelt. Bei großflächigen Verbrennungen, auch bei Kleinkindern und Säuglingen, wird nicht gekühlt, da das zu einer gefährlichen Unterkühlung führen kann. Besser ist es, betroffene Körperteile mit einem keimfreien Verbandtuch aus dem Verbandkasten abzudecken und rasch den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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