- Gesundheit im Dialog -

Babyhaut pflegen – weniger kann mehr sein

Heide – Wie oft baden? Mit klarem Wasser oder mit Badezusatz? Eincremen oder nicht? Frisch gebackene Eltern sind oft unsicher, wie sie die Babyhaut pflegen sollen. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest, was den Kleinsten gut tut. 

Babyhaut ist dünner und viel empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Reibung, Kälte oder Wärme sowie Zusatzstoffe in Pflegeprodukten können die zarte Babyhaut reizen. Was ist also beim Reinigen, Trocknen und Cremen zu beachten, damit sich das Baby wohl in seiner Haut fühlt?

„Da die Schutzfunktion und die Wärmeregulierung der Haut beim Baby noch nicht so weit entwickelt ist wie beim Erwachsenen, muss sie speziell gepflegt werden“, sagt AOK-Beratungsapothekerin Sabine Wittkewitz-Richter. Die Talg- und Schweißdrüsen sind noch nicht vollständig ausgereift. Daher trocknet die Babyhaut schneller aus, ist reizempfindlicher. Krankheitserreger können eher eindringen. Deshalb ist schon mal klar: Duftende Schaumbäder, Seifen, Duschgels und Bodylotionen von Mama und Papa gehören nicht auf die Haut ihres Nachwuchses. Kosmetikartikel für Erwachsene enthalten Inhaltsstoffe wie Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, die die empfindliche Babyhaut irritieren und Allergien fördern. Auch Seifen sind tabu, denn sie haben einen zu hohen pH-Wert und stören den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Sie trocknet aus, was zu Irritationen, Juckreiz und Rötungen führen kann.

Wasser reicht aus

Ein weiterer Zusatz beim Waschen oder Baden des Babys ist nicht nötig. Eltern können aber milde, auf die Babyhaut abgestimmte Waschgele verwenden. Studien belegen, dass solche Zusätze der Babyhaut zumindest nicht schaden. Ob mit oder ohne Zusatz, das steht den Eltern also frei – wobei Wasser allein ohne Frage die preiswertere und umweltfreundlichere Alternative ist.

Und schon stehen Eltern vor der nächsten Frage: Waschlappen oder Wannenbad? In aktuellen Empfehlungen betonen Hautexperten: Baden schadet nicht. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise, dass Baden sogar schonender ist als das Waschen mit einem Waschlappen. Möglicherweise deshalb, weil beim Waschen der mechanische Abrieb stärker ist. Oft heißt es, dass ein- bis zweimal die Woche Baden reicht, doch die Empfehlung der Experten lautet: Mindestens zwei- bis dreimal die Woche das Baby in die Baby-Badewanne setzen. Auch weil das Planschen im Wasser den meisten Säuglingen das größte Vergnügen bereitet und zudem als abendliches Ritual das Einschlafen fördern kann. Die eigentliche Badedauer sollte fünf bis zehn Minuten nicht überschreiten bei einer Wassertemperatur von 37 bis 37,5 Grad Celsius. Die Raumtemperatur beim Baden sollte 22 bis 24 Grad Celsius betragen.

Babycremes verwenden

Im Anschluss an das Baden stellt sich eine neue Frage: Soll das Baby nach dem Baden oder Waschen eingecremt werden? Babycremes oder -lotionen können die Barrierefunktion der Haut stärken. Studien haben positive Effekte von geeigneten Hautpflegemitteln sowohl bei Babys mit gesunder Haut als auch bei Babys mit Hautproblemen gezeigt. Deshalb lautet die Empfehlung internationaler Hautexperten: mindestens zweimal die Woche cremen. Damit die Haut nicht zu sehr abgedichtet wird, sollte die Creme oder Lotion nur dünn aufgetragen und auch in den Hautfalten gut verteilt werden. „Für alle Produkte gilt, dass sie frei von Farb- und Duftstoffen sind und keine Konservierungsmittel enthalten“, so Wittkewitz-Richter.

Hautpflege der Jahreszeit anpassen

Die Hautpflege ist der Jahreszeit anzupassen: Während im Winter das Gesichtchen mit einer Fettcreme gegen Wind und Kälte geschützt werden sollte, muss im Sommer die Creme nicht so reichhaltig sein. Anstelle einer Creme oder Lotion kann auch Babyöl die zarte Haut des Säuglings vor Austrocknung schützen. Etwas Babyöl eignet sich übrigens auch gut für das Badewasser oder für eine Babymassage. Eine Massage ist nicht nur gut für die Entwicklung der Haut, sondern entspannt das Baby und lässt es zur Ruhe kommen.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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