- Gesundheit im Dialog -

Bei Rückenschmerzen unters Messer?

Heide – Chronische Rückenschmerzen sind quälend, erfordern jedoch eher selten eine Operation. Meist lassen sich die Beschwerden ohne Skalpell erfolgreich lindern – oft reichen Bewegung und Geduld. In Kooperation mit unserer Zeitung zeigt die AOK Nordwest, wie Rückenschmerzen bekämpft, besser noch verhindert werden. Im Laufe eines Jahres plagt sich hierzulande etwa jede vierte Frau und jeder sechste Mann mit länger dauernden Rückenschmerzen. Verständlich, dass sich Betroffene nach Linderung sehnen, wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder in die Beine ausstrahlen. Dafür sind viele sogar bereit, sich unters Messer zu legen. Vor allem bei den Diagnosen wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose oder instabile Wirbelsäule wird häufig operiert. Die meisten Patienten mit chronischen Rückenschmerzen brauchen aber keine Operation. Mit einer umfassen-den konservativen Therapie kann besser und ohne die üblichen OP-Risiken geholfen werden.Die Behandlung ohne Skalpell umfasst meist Schmerzmittel, Physiotherapie und rückengerechte Bewegung. Denn eine starke Rückenmuskulatur ist das A und O im Kampf gegen die Beschwerden. Und ausgleichender Sport ist die beste Vorbeugung, damit sie gar nicht erst entstehen. Weil chronische Beschwerden oft aufs Gemüt schlagen, können Patienten zudem von einem Schmerzbewältigungstraining profitieren. Bewährt hat sich das Konzept der sogenannten multimodalen Schmerztherapie, bei der schmerztherapeutisch tätige Ärzte, Psychologen und Physiotherapeuten eng zusammenarbeiten. In der Regel sollte erst dann über eine Wirbelsäulenoperation nachgedacht werden, wenn eine ausreichend lange konservative Therapie erfolglos bleibt. Rückenschmerz-Patienten müssen zudem wissen, dass die Operation kein Garant für Beschwerdefreiheit ist. Deshalb heißt es im Zweifelsfall: Lieber eine ärztliche Zweitmeinung einholen, bevor man sich unters Messer begibt.BandscheibenvorfallWie Stoßdämpfer liegen unsere 23 Bandscheiben zwischen den Wirbeln. Sie bestehen aus einem Gallertkern, der von einem harten Faserring umgeben ist. Bei einem Bandscheibenvorfall (BSV) bricht die Faserhülle durch Druck und der weiche Kern verrutscht. Ursachen sind oft Verschleiß durch häufiges Heben großer Lasten oder einseitige Belastungen. Die austretende Gallertmasse kann auf Nervenwurzeln drücken und Schmerzen verursachen, zum Beispiel Ischias-Schmerzen, die über Po und Bein bis in den Fuß ausstrahlen können. Es ist aber auch möglich, dass ein BSV gar keine Beschwerden verursacht. Dann muss er nicht behandelt werden.Wird man beim Arzt vorstellig, fragt dieser nach Art und Ort der Beschwerden und prüft unter anderem Muskelkraft, Reflexe und Gefühl in den Beinen. Ergibt die Untersuchung Anhaltspunkte für einen BSV, können bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) die Diagnose sichern. Ohne Verdacht jedoch sind die Bilder meist überflüssig. Auch ein auffälliger Befund bedeutet nicht unbedingt, dass operiert werden muss. Denn oft zeigen MRT-Aufnahmen einen ausgeprägten Bandscheibenvorfall, obwohl der Betroffene keine Beschwerden hat. Andere Patienten dagegen haben starke Schmerzen, obwohl die Bildgebung völlig unauffällig ist.Bleibt eine umfassende konservative Therapie erfolglos, kann eine Operation infrage kommen. In der Regel sollte aber erst dann über eine Wirbelsäulenoperation nachgedacht werden, wenn bereits Muskel- oder Blasenlähmungen mit schwerwiegenden Gefühlsstörungen eingetreten sind und eine ausreichend lange konservative Therapie erfolglos bleibt.

Heide – Chronische Rückenschmerzen sind quälend, erfordern jedoch eher selten eine Operation. Meist lassen sich die Beschwerden ohne Skalpell erfolgreich lindern – oft reichen Bewegung und Geduld. In Kooperation mit unserer Zeitung zeigt die AOK Nordwest, wie Rückenschmerzen bekämpft, besser noch verhindert werden.

Im Laufe eines Jahres plagt sich hierzulande etwa jede vierte Frau und jeder sechste Mann mit länger dauernden Rückenschmerzen. Verständlich, dass sich Betroffene nach Linderung sehnen, wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder in die Beine ausstrahlen. Dafür sind viele sogar bereit, sich unters Messer zu legen. Vor allem bei den Diagnosen wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose oder instabile Wirbelsäule wird häufig operiert. Die meisten Patienten mit chronischen Rückenschmerzen brauchen aber keine Operation. Mit einer umfassen-den konservativen Therapie kann besser und ohne die üblichen OP-Risiken geholfen werden.

Die Behandlung ohne Skalpell umfasst meist Schmerzmittel, Physiotherapie und rückengerechte Bewegung. Denn eine starke Rückenmuskulatur ist das A und O im Kampf gegen die Beschwerden. Und ausgleichender Sport ist die beste Vorbeugung, damit sie gar nicht erst entstehen. Weil chronische Beschwerden oft aufs Gemüt schlagen, können Patienten zudem von einem Schmerzbewältigungstraining profitieren. Bewährt hat sich das Konzept der sogenannten multimodalen Schmerztherapie, bei der schmerztherapeutisch tätige Ärzte, Psychologen und Physiotherapeuten eng zusammenarbeiten.

In der Regel sollte erst dann über eine Wirbelsäulenoperation nachgedacht werden, wenn eine ausreichend lange konservative Therapie erfolglos bleibt. Rückenschmerz-Patienten müssen zudem wissen, dass die Operation kein Garant für Beschwerdefreiheit ist. Deshalb heißt es im Zweifelsfall: Lieber eine ärztliche Zweitmeinung einholen, bevor man sich unters Messer begibt.

Bandscheibenvorfall

Wie Stoßdämpfer liegen unsere 23 Bandscheiben zwischen den Wirbeln. Sie bestehen aus einem Gallertkern, der von einem harten Faserring umgeben ist. Bei einem Bandscheibenvorfall (BSV) bricht die Faserhülle durch Druck und der weiche Kern verrutscht. Ursachen sind oft Verschleiß durch häufiges Heben großer Lasten oder einseitige Belastungen. Die austretende Gallertmasse kann auf Nervenwurzeln drücken und Schmerzen verursachen, zum Beispiel Ischias-Schmerzen, die über Po und Bein bis in den Fuß ausstrahlen können. Es ist aber auch möglich, dass ein BSV gar keine Beschwerden verursacht. Dann muss er nicht behandelt werden.

Wird man beim Arzt vorstellig, fragt dieser nach Art und Ort der Beschwerden und prüft unter anderem Muskelkraft, Reflexe und Gefühl in den Beinen. Ergibt die Untersuchung Anhaltspunkte für einen BSV, können bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) die Diagnose sichern. Ohne Verdacht jedoch sind die Bilder meist überflüssig. Auch ein auffälliger Befund bedeutet nicht unbedingt, dass operiert werden muss. Denn oft zeigen MRT-Aufnahmen einen ausgeprägten Bandscheibenvorfall, obwohl der Betroffene keine Beschwerden hat. Andere Patienten dagegen haben starke Schmerzen, obwohl die Bildgebung völlig unauffällig ist.

Bleibt eine umfassende konservative Therapie erfolglos, kann eine Operation infrage kommen. In der Regel sollte aber erst dann über eine Wirbelsäulenoperation nachgedacht werden, wenn bereits Muskel- oder Blasenlähmungen mit schwerwiegenden Gefühlsstörungen eingetreten sind und eine ausreichend lange konservative Therapie erfolglos bleibt.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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