- Gesundheit im Dialog -

Einfach essen und der Gesundheit dienen

Heide – Wer gesund essen will, muss weder dauerhaft Buch führen, noch ganz auf Schokolade oder Gummibärchen verzichten. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest darüber, welche grundsätzlichen Dinge jedoch beachtet werden sollten.

Viele Menschen hierzulande ernähren sich ungesund. Im Durchschnitt essen wir zu zwei Dritteln tierische Produkte und zu einem Drittel pflanzliche. „Dabei müsste es genau umgekehrt sein“, sagt AOK-Ernährungsexpertin Brigitte Fischer.

Wer sich also beim weihnachtlichen Buffet an Gemüsegerichten und Salaten bedient, zu Kartoffeln oder Naturreis greift und den deftigen Braten als Beilage portioniert, der macht schon einmal etwas Grundlegendes richtig. Der zum Teil übermäßige Konsum von tierischen Produkten, vor allem von Fleisch und Wurst, ist mitverantwortlich für die Entstehung von Volkskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes. Gemüse und Obst wirken vorbeugend und können zum Beispiel vor Gefäßerkrankungen oder Diabetes schützen. Die Expertin empfiehlt deshalb, täglich zwei Portionen (jeweils eine Handvoll) Obst und drei Portionen Gemüse gegart, als Rohkost oder Salat, zu essen. Kommen Porree, Feldsalat und Co. dann noch frisch vom Feld aus der Region, schmecken sie nicht nur besser, sondern liefern uns neben wichtigen Mineralstoffen auch besonders viele Vitamine.

Mehr Natürlichkeit

Ein weiterer Pluspunkt: Frisches Obst und Gemüse sind noch unverarbeitet. Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln gehen oft wichtige Inhaltsstoffe verloren. So enthalten zum Beispiel ganze Früchte mehr Ballaststoffe und Vitamine als Fruchtsäfte. Auch andere industriell verarbeitete Lebensmittel sind in der Zusammensetzung von Inhaltsstoffen verändert. Weißmehl zum Beispiel weist mehr Kohlenhydrate auf, aber weniger Ballaststoffe als Vollkornmehl.

Fürs Wohlgefühl

Sich über die Herstellung von Lebensmitteln und die große Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit Gedanken zu machen, ist grundsätzlich positiv. Das Problem ist, dass einem viele Ernährungsformen starre Beschränkungen auferlegen und wenig Spielraum für Vielfalt lassen. Dabei sorgt gerade Abwechslung auf dem Teller für einen gesunden Nährstoff- und Vitaminmix, stimuliert den Geschmackssinn und fördert die Freude beim Essen. Wer genießt, verdaut nicht nur besser, der Körper baut gleich noch Stress mit ab und der Blutdruck kann sinken. Deshalb gehört gerade jetzt in der Weihnachtszeit der Genuss von Schokolade und Co. dazu. Wichtig ist, dass das Maß stimmt und Ausnahmen nicht zur Regel werden.

Das eigene Körpergewicht kann gut als Kontrolle dienen, ob man sich – zumindest in Sachen Energiehaushalt – richtig ernährt. 

Neues ausprobieren

Das klingt alles einleuchtend, aber was ist mit demjenigen, der keine Lust hat, mehr Gemüse zu essen? Der sich mehrmals die Woche mit Fast Food begnügt und an stressigen Tagen von Keksen und Schokoriegeln lebt? Eine bewusste Strategie, die Ernährung umzustellen hilft meistens. Und: Einfach mal neue Rezepte ausprobieren, zum Beispiel aus der mediterranen Küche, und Schritt für Schritt mehr Gemüse und Obst in den Alltag einbauen.

Es bedeutet auch, die eigene Bequemlichkeit wahrzunehmen und mit mehr Achtsamkeit gegenzusteuern. Das kann erst einmal ungewohnt und vielleicht auch anstrengend sein. Doch nach einiger Zeit ändert sich das und man fühlt sich fitter und zufriedener.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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