- Gesundheit im Dialog -

Esport – ein Sport der Zukunft

Heide – In Deutschland beschäftigen sich regelmäßig etwa 30 Millionen Menschen mit Videospielen. Und längst ist der sogenannte Esport mehr als nur ein netter Zeitver-treib. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest darüber, wa-rum die richtige Balance zwischen Spiel, Spaß und Gesundheit so wichtig ist.

Esport boomt

Esport, das steht für elektronischer Sport und bezeichnet den geregelten Wettkampf zwischen einzelnen Spielern oder ganzen Mannschaften. Gemessen wird sich am PC oder über Konsole, im Sport- oder im Action-/Strategiespiel. Seit einigen Jahren findet das professionelle „Gaming“ zunehmend Anhänger. Wie viele es sind, lässt sich nicht genau sagen; für Deutschland reichen die Angaben je nach Quelle von 1,5 Millionen bis zu mehr als 4,5 Millionen organisierten Esportlern. Umfragen weisen darauf hin, dass vor allem jüngere Männer sich für das digitale Kräftemessen begeistern. Vielerorts gründen Fans Vereine, um gemeinsam beliebte Esport-Angebote wie die Fußballsimulation FIFA zu spielen. Bei Turnieren winken teilweise Preisgelder von mehr als einer Million US-Dollar. Angesagte Wettbewerbe finden in großen Hallen statt, werden von Streamingdiensten übertragen und mobilisieren jede Menge Zuschauer. So verfolgten zum Beispiel 46 Millionen Zuschauer das  League-of-legends-Finale 2017.

Ausgleich ist wichtig

Um zum Beispiel wie Tim Latka vom FC Schalke 04 zu den besten FIFA-Spielern weltweit zu gehören und dieses Niveau zu halten, muss ein Spieler nicht nur talentiert sein, sondern auch regelmäßig trainieren. Das können an den Wochentagen schon mal täglich vier bis fünf Stunden sein, alleine oder mit anderen. „Besonders wichtig ist, dass man schnell auf das reagieren kann, was man sieht, oft entscheiden Millisekunden“, erklärt Präventionsexperte Daniel Schnieders. Die dafür nötige Auge-Hand-Koordination übt man am besten in der Praxis und auf vielfältige Art und Weise. Auf das Training folgt das Turnier: Von Freitag bis Sonntag stehen bei Profis schon mal zwölf Stunden und 40 Spiele auf dem Plan. In der Summe verbringen FIFA-Ligisten damit ziemlich viel Zeit vor der Konsole.

Das viele Sitzen braucht einen körperlichen Ausgleich, darüber sollte man sich bewusst sein. Auch für den Spielerfolg ist das wichtig. In Turnieren ist hohe Konzentration teilweise über mehrere Stunden erforderlich, um eine top Leistung abzurufen. Das ist anstrengend und klappt nur, wenn die körperliche Fitness stimmt. Auch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Auszeiten zum Entspannen sind wichtig.

Das richtige Maß

Nach einem Nerd, der nur mit schlechter Haltung zu viele Stunden vor dem Computer hängt und den Anschluss an die Realität verpasst, klingt das nicht. Häufig werden Esportler aber genau so gesehen: Leben sie nicht alle ungesund und unbewegt und sind womöglich sogar auf dem Weg in die Internetabhängigkeit? Ja und Nein. Der „Wohnzimmerzocker“ ist hier gefährdeter als der Profi, der oft eine Rundum-Betreuung erhält. Hinzu kommt die Diskussion hierzulande, ob professionelles Computerspielen oder Gaming überhaupt als Sport gewertet werden kann. Nationen wie die USA und Frankreich erkennen Esport dagegen bereits als Sport an. Auch bei den traditionellen Sportvereinen wächst die Akzeptanz und mehr und mehr Vereine beteiligen sich am digitalen Wettstreit.

Allerdings sollte das Spiel nicht zu wichtig werden. Schule, Studium oder Job müssen weiterhin im Fokus stehen – und gut laufen. Deshalb sollte man in der Freizeit nicht nur spielen. Wer nicht mehr rausgeht und sich um nichts anderes mehr kümmert im Leben, macht was falsch. „Der Nachwuchs wird nun einmal mit Medien groß und verbringt ohnehin immer mehr Zeit mit dem Handy oder am Computer und zusätzlich noch die Esport-Zeit. Umso wichtiger ist es, den jungen Leuten früh zu vermitteln, worauf sie – im eigenen Interesse – achten müssen, wie sie einen Ausgleich schaffen und dadurch körperlich, geistig und psychosozial fit bleiben“, so Schnieders.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

Weitere Artikel aus "Gesundheit im Dialog"