- Gesundheit im Dialog -

Fit, gesund und gut gelüftet: Gut zu Fuß durch den Sommer

Meistens sind sie in Schuhen versteckt und werden nicht beachtet, sogar als „Käsemauken“ oder „Quadratlatschen“ beschimpft – dabei bilden sie das Fundament unseres Körpers: die Füße. Im Sommer kommen sie zum Vorschein – und oft genug auch die Folgen der Vernachlässigung: Hornhaut oder Hühneraugen, Senk- oder Spreizfuß, Fuß- oder Nagelpilz, Krallen- oder Ballenzehen. „Unsere Füße brauchen eine gute Hautpflege und regelmäßiges Training, damit sie nicht nur vorzeigbar, sondern auch gesund werden oder bleiben“, betont AOK-Mediziner Dr. Thorsten Sebens.

Es lohnt sich, den Füßen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich gehen und stehen wir auf ihnen, sie stützen und beschleunigen uns, sie federn ab und fühlen, wie der Untergrund beschaffen ist. Jeder Fuß ist ein komplexes, sensibles Körperteil, das mit 26 Knochen, über 33 Gelenken, über 100 Bändern und einer Vielzahl von Nerven ausgestattet ist. Im Laufe unseres Lebens trägt uns dieses Wunderwerk etwa viermal um den Globus.

Sich auf freiem Fuß bewegen

 Gerade im Sommer bietet es sich an, den so lange eingesperrten Füßen viel Freiheit zu gönnen und viel barfuß zu gehen, am Strand, im Garten, auf der Wiese. Barfußgehen stärkt Muskeln, Bänder und Gelenke und fördert die Durchblutung, Vorsicht ist angesagt bei Splittern, Scherben oder spitzen Steinen. Hier können Barfußschuhe eine Lösung sein. „Für Übergewichtige oder Menschen mit Fußfehlstellungen sind Barfußschuhe nicht zu empfehlen, denn die ungewohnte Belastung für den Fuß kann schnell zu viel werden. Schmerzen bis hin zu Überlastungsbrüchen sind möglich“, berichtet Dr. Sebens. Diabetiker sollten auf das Barfußgehen verzichten, denn insbesondere an den Füßen machen sich bei ihnen Durchblutungs- und Nervenschädigungen bemerkbar. Häufig bemerken sie kleine Verletzungen nicht und zudem heilen Wunden schlechter, so dass die Gefahr von chronischen Hautgeschwüren besteht. Deshalb sollten Diabetiker auch beim Baden im Meer oder See Wasserschuhe oder Badesandalen tragen.

Gutes Schuhwerk und gute Pflege

 Bequeme Sandalen und besonders Flip-Flops sind als sommerliches Schuhwerk beliebt. Doch Vorsicht bei Flip-Flops: In diesen modischen Schlappen müssen sich die Zehen so darum bemühen, sich festzukrallen, dass kein Abrollen möglich ist. Flip-Flops verhindern somit einen natürlichen Gang, das Verletzungsrisiko ist erhöht. Auch zu enge oder hochhackige Schuhe sind für die Füße eine Qual: Es bilden sich Druckstellen und verdickte Hornhaut, sogenannte Rhagaden können entstehen. Das sind tiefere Risse, die zu Schmerzen und Infektionen mit Pilzen oder Bakterien führen können. Um solche Hautprobleme zu vermeiden, sollte die Haut an den Füßen stets geschmeidig gehalten werden.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

Weitere Artikel aus "Gesundheit im Dialog"