- Gesundheit im Dialog -

Gesund alt werden: Was wir selbst dazu beitragen können

Heide – Einen magischen Jungbrunnen gibt es noch immer nicht. Aber es geht auch ohne Zauberei. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest, was wir selbst dafür tun können, um gesund und fit alt zu werden.

Für gesundes Altern gibt es eine Formel, die heißt „tun und lassen" und steht für Dinge, die man machen, und andere, auf die man lieber verzichten sollte. Da ist zum Beispiel die Bewegung. „Sport ist einer der Faktoren, die den Körper mit am besten in Form halten“, sagt Medizinexperte Dr. Wolfgang Mollowitz. Das liegt daran, dass Bewegung nicht nur nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Darüber hinaus erhöht körperliche Bewegung die Gedächtnisleistung und stärkt das Abwehrsystem.

Auch mit dem Essen lässt sich das Altern beeinflussen. Das bedeutet nicht, eisern Diät zu halten. Wer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, abwechslungsreich isst, also regelmäßig Gemüse, Obst und gelegentlich eine kleine Portion Fleisch auf den Speiseplan setzt, macht schon vieles richtig.

Und was sollte man nicht tun? Rauchen zum Beispiel. Denn wer täglich mehr als zehn Zigaretten raucht, verliert im statistischen Durchschnitt als Mann 9,4 Lebensjahre, als Frau 7,3. Alkohol hat einen ähnlichen Effekt. Schon ein Viertel Wein am Tag kann die Lebenserwartung um bis zu zwei Jahre sinken lassen.

Besser lassen

Auch Sonnenlicht beschleunigt das Altern. Wer übermäßig häufig UV-Strahlen ausgesetzt ist, wird zum einen älter eingeschätzt als Menschen mit weniger „gegerbter“ Haut. Gleichzeitig ist die tatsächliche Lebenserwartung wegen des Hautkrebsrisikos leicht verringert. Allerdings braucht der Körper eine gewisse Dosis an Sonnenlicht auf der Haut, um beispielsweise Vitamin D zu produzieren und gesundheitsfördernde Hormone wie Serotonin zu aktivieren.

Eine ständige Selbstbeobachtung mit dem Druck, etwas tun zu müssen, kann dagegen schnell Stress im Kopf verursachen. Und ständiger Stress ist für Körper und Psyche schädlich. Überhaupt spielt das, was im Kopf vorgeht, eine entscheidende Rolle bei der Formel für gesundes Altern. „Wer dem Alter etwas Positives abgewinnt, Pläne schmiedet und Hobbys hat, kann die Lebenserwartung steigern", so Dr. Mollowitz.

Optimisten im Vorteil

Hat man dagegen Angst vor den späten Jahren, scheint das wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu wirken. Die Einstellung hat Einfluss auf das Verhalten. Menschen, die dem Alter positiv gegenüberstehen, leben gesünder. Denn sie können sich zum Beispiel eher motivieren, an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, als Pessimisten. Eine negative Selbstbewertung hingegen könne eine Stressspirale in Gang setzen: Schwarzmalerei und Ängste fördern die Ausschüttung von Stresshormonen, die entzündliche Prozesse fördern können. Und das wiederum kann Krankheiten, etwa im Herz-Kreislauf-System, begünstigen.

Natürlich kann man seine Einstellung nicht mit einem Fingerschnipp ändern. Allerdings kann man schon in jungen Jahren, mit 30, 40, immer mal wieder seine Pläne fürs Leben auf den Prüfstand stellen, Dinge finden, die einen interessieren, Menschen treffen, die man mag, und erste Korrekturen an der Tun-und-lassen-Formel vornehmen.

Gutes Altern überwiegt

Wohl jeder möchte optimal alt werden. Bestimmte Krankheiten und Alterungsprozesse, die einem durch die Gene mitgegeben werden, kann man nicht beeinflussen, aber den Umgang damit. Auch das Geschlecht spielt offenbar eine Rolle. Frauen leben länger, in Deutschland zurzeit durchschnittlich 84 Jahre gegenüber 79 Jahren bei den Männern. Zur Gesundheit trägt besonders bei, wenn ältere Menschen gesellschaftlich integriert sind und am Leben teilhaben. Dabei spielt das Gefühl eine Rolle, weiter gebraucht zu werden. Laut Studien sind Großeltern, die familiär eingebunden sind, gesünder als Kinderlose. Es muss aber nicht die Familie sein. In den vergangenen 20 Jahren arbeiteten immer mehr Menschen über 65 Jahren ehrenamtlich.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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