- Gesundheit im Dialog -

Karussell im Kopf

In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK NordWest, wie sich dieser unangenehme, aber harmlose Schwindel behandeln lässt.

Manchmal liegt bei Schwindel eine neurologische Störung zugrunde, aber auch Herz-Kreislauferkrankungen, Medikamente oder psychische Faktoren können Schwindelanfälle auslösen. Ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans die Ursache, handelt es sich meist um einen sogenannten gutartigen Lagerungsschwindel. Insgesamt leiden etwa zwei Prozent der Menschen irgendwann in ihrem Leben an so einem gutartigen Lagerungsschwindel – Frauen ungefähr doppelt so oft wie Männer, so das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Auslöser für einen Lagerungsschwindel sind winzige Kalzitsteinchen (Otolithen), die in den mit Flüssigkeit gefüllten Bogengängen des Innenohrs schweben: Sie reizen durch ihre Bewegung die Sinneszellen in den Bogengängen und provozieren dadurch falsche Signale. „Das Gehirn erhält dann Informationen, die nicht mit der tatsächlichen Körperlage und den aufgenommenen Sehreizen übereinstimmen. So kommt es zu dem typischen Drehschwindel“, sagt AOK-Mediziner Dr. med. Thorsten Sebens.

Ältere Menschen häufiger betroffen

Warum sich die winzigen Steinchen im Bogengang ablagern, bleibt meist unklar. Selten sind eine Kopfverletzung, Ohrentzündung, Durchblutungsstörung oder Bettlägerigkeit die Ursache, vermutlich ist es schlicht der Alterungsprozess. Denn diese Schwindelart kommt bei älteren Menschen deutlich häufiger vor als bei jungen – meist zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr.

Schwindelgefühl hält meist nur kurz an

Beim gutartigen Lagerungsschwindel kommt es immer wieder zu kurzen Schwindelanfällen: bei raschen Bewegungen des Kopfes – zum Beispiel, wenn man den Kopf dreht, senkt oder nach hinten streckt, sich hinlegt, aus dem Liegen heraus aufsetzt oder sich bückt. „Meist hält das Schwindelgefühl nur kurz an – für einige Sekunden bis höchstens fünf Minuten. Begleitend kann es dabei auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen“, erklärt Dr. Sebens. In der Regel ist diese Schwindelform anhand der Beschwerden und der Vorgeschichte für einen Arzt oder eine Ärztin leicht zu erkennen und von anderen zu unterscheiden. Dabei wird oft der sogenannte Hallpike-Test gemacht: Kopf und Rumpf werden mit ärztlicher Unterstützung rasch in einer fest vorgegebenen Abfolge bewegt. Wird dadurch ein Schwindelanfall ausgelöst, handelt es sich um einen gutartigen Lagerungsschwindel.

Lagerungsschwindel verschwindet oft von selbst wieder

Bei milder Symptomatik reicht es manchmal, einfach abzuwarten. Mit der Zeit können sich die Kalzitsteinchen in den Bogengängen festsetzen und werden dann vom Körper abgebaut. Deshalb verschwindet ein gutartiger Lagerungsschwindel häufig von allein: Etwa die Hälfte der Betroffenen ist innerhalb von drei Monaten wieder beschwerdefrei.