- Gesundheit im Dialog -

Mittelohrentzündung trifft vor allem Babys und Kleinkinder: Antibiotika oft unnötig

Starke Ohrenschmerzen und Fieber ab 38 Grad Celsius – das deutet auf eine akute Mittelohrentzündung hin. Sie tritt meist in Zusammenhang mit einer Erkältung auf und kann durch vergrößerte Rachenmandeln unterstützt werden. 

Besonders betroffen sind Babys und Kleinkinder, da die Verbindung zwischen Nasenrachenraum und Mittelohr (Ohrtrompete) bei ihnen noch sehr kurz und eng ist. Viren und Bakterien aus dem Nasen-Rachenraumkönnen dadurch leichter in das Mittelohr vordringen. Bei Entzündungen schwellen die Schleimhäute an und verschließen das Mittelohr. Die Erreger vermehren sich, die Sekretbildung wird verstärkt, kann aber nicht abfließen. Der dadurch erhöhte Druck verursacht starke Schmerzen und kann sogar bis zum Platzen des Trommelfells führen. 

Wichtig ist dann Bettruhe, eine schnelle Schmerzlinderung und eventuell die kurzfristige Verabreichung von abschwellenden Nasentropfen. Eine Therapie mit Antibiotika ist in vielen Fällen jedoch nicht notwendig, daher wird der Verlauf bei älteren Kindern häufig zunächst über zwei Tage beobachtet. Vor allem kleine Kinder können ihre Schmerzen noch nicht richtig zuordnen. Sie klagen über Bauchweh, obwohl ihnen die Ohren wehtun, oder schütteln den Kopf und reiben die Ohren. 

Nach dem siebten Lebensjahr sind Mittelohrentzündungen seltener, weil sich Ohr und Immunsystem weiterentwickelt haben. Frühzeitig zum Arzt gehen sollten Eltern allerdings immer mit Säuglingen bis zum Alter von sechs Monaten oder wenn das Kind hohes Fieber hat (ab 39 Grad Celsius), das Immunsystem geschwächt ist oder wiederholt Mittelohrentzündungen aufgetreten sind beziehungsweise das Ohr bereits operiert wurde, raten die AOK-Experten.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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