- Gesundheit im Dialog -

Optimismus kann man lernen: Von Glückspilzen und Pechvögeln

Heide – Viele Menschen streben im Leben nach Glück. Manche empfinden sich dabei als ausgesprochene Pechvögel. Ob man Glück oder Pech empfindet, ist oftmals eine Frage des eigenen Denkens. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK NordWest, wie sich solche eingefahrenen Denkmuster ändern lassen.

Wer ist der eigentliche Glückspilz? Derjenige, der in der schnellsten Warteschlage steht? Oder diejenige, die länger warten muss und sich die Zeit mit Atemübungen vertreibt? Was wir empfinden und erwarten, hängt maßgeblich davon ab, was wir denken und wie wir mit Situationen umgehen. Und das können wir selbst beeinflussen", sagt AOK-Expertin Kerstin Berszuck.

Glückspilze sind offener und entspannter

Es hat sich in den Forschungen gezeigt, dass Menschen, die sich als Glückskinder empfinden, mehr kommunizieren, entspannter sind und optimistisch in die Zukunft blicken. Und damit erhöhen sich ihre Chancen auf Glück.

Dinge lockerer angehen

Dadurch, dass sie die Dinge lockerer angehen, behalten sie den Überblick, während Pechvögel eher Scheuklappen aufhaben, so dass sie eventuelle Glückschancen verpassen. Das illustriert ein Experiment, das der britische Psychologe Richard Wiseman mit mehreren hundert Teilnehmenden durchführte, die sich entweder vom Glück beschenkt oder vom Pech verfolgt fühlten. Er ließ die Probanden Fotos in einer Zeitung zählen – wobei er gleich auf der zweiten Seite in großen Lettern den Satz platzierte: „Hören Sie auf zu zählen, es sind 43 Fotos.“ Die selbst ernannten Pechvögel übersahen diesen Hinweis eher und brauchten deshalb wesentlich länger für die Aufgabe als die Glückspilze, die ihren Blick mehr schweifen ließen und diese Bemerkung entdeckten.

Dieses Ergebnis knüpft an den Begriff der selbst erfüllenden Prophezeiung an, die von dem österreichischen Philosophen und Psychotherapeuten Paul Watzlawick stammt. Wenn man etwas Negatives erwartet, tritt das auch eher ein, als wenn man sich eine Situation positiv ausmalt.

Mehr Offenheit – mehr Glück?

Neben mehr Optimismus scheint auch mehr Offenheit mit mehr Glück einherzugehen: Dadurch, dass Sonntagskinder freundlich auf ihre Mitmenschen zugehen, bekommen sie auch mehr Zuwendung und Unterstützung, und das in privater und beruflicher Hinsicht. Zudem sind sie noch durch ein weiteres Merkmal charakterisiert: Sie versuchen, das Gute in jeder Lebenslage zu sehen. Nach einem Missgeschick beispielsweise kann man sein Pech beklagen, dass einem so etwas passiert ist. Oder sein Glück betonen, dass man den Vorfall ohne größere Schäden überstanden hat.