- Gesundheit im Dialog -

Papa im Einsatz - berufliche Auszeit als persönlicher Gewinn

Heide – Männer, die Elternzeit nehmen, sind noch immer in der Minderheit. Dabei haben sie ihren Kindern viel mehr zu bieten als einen Gutenachtkuss nach der Arbeit. Was genau, zeigt die die AOK Nordwest in Kooperation mit unserer Zeitung.

Wenn der Vater nicht erst zum Gutenachtkuss nach Hause kommt, sondern von Beginn einen intensiven Kontakt zum Kind aufbaut, nützt das der ganzen Familie. Besonders die Kinder profitieren davon. Denn Mütter und Väter sind gleichermaßen geeignet, sich um Säuglinge zu kümmern. Dem Kind ist es egal, wer von beiden kommt, wenn es in Not ist. Lediglich das Stillen kann nur die Mutter übernehmen. Dafür zeigt der Vater eine Kompetenz, die den Nachwuchs entscheidend auf das Leben vorbereitet. Denn Väter bieten Spielfeinfühligkeit, die den Kindern beim Entdecken der Welt hilft. Viele Väter wissen nicht, was sie als Elternteil alles leisten können. Sie müssen sich bewusst werden, welches Potenzial in ihnen schlummert.

Polster fürs Beziehungskonto

Auch für die Partnerschaft steckt eine geteilte Elternzeit voller Vorteile. Allein schon, weil das Verständnis füreinander steigt. Haushalt schmeißen, Brei kochen, sich um die größeren Kinder kümmern, Essen zubereiten, einkaufen, Ausflüge machen, auf den Spielplatz gehen, Wäsche waschen. Wer das gemacht hat, der weiß hinterher, was Frauen eigentlich alles leisten. Eine Beziehung profitiert davon. Und der eigene Beruf? Bleibt der auf der Strecke? Im Gegenteil. Zunehmend zeigen Vorgesetzte und Kollegen viel Unterstützung. Außerdem werden während der Elternzeit Kompetenzen als Vater erlernt, die auch im Job zugutekommen. Vor allem Multitasking und Stressresistenz. Doch das Umfeld ist nicht immer begeistert. Und es gibt auch weniger gute Erfahrungen, wenn zum Beispiel Chef und Kollegen wenig Verständnis dafür zeigen, weil sie zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen, wenn der Mann als Papa zu Hause bleibt – auch wenn die Elternzeit finanziell ein Verlust für die Familie bedeutet.

Die Entwicklung live miterleben

... und dem eigenem Kind näherkommen. Wie entwickelt sich das Baby, wie lernt es laufen, wann spricht es die ersten Worte? Warum ist das Kind so wie es ist? Den Kinderwagen schieben, Windeln wechseln, den Säugling an der nackten Brust in den Schlaf wiegen – jahrhundertelang galt das als unmännlich. Die Ehre des Mannes ließ einen Bruch mit dieser Tradition nicht zu. Doch das Rollenbild ist im Wandel und die Elternzeit ist mittlerweile kein Phänomen einer bestimmten Gesellschaftsschicht mehr. Während früher vor allem gut verdienende Akademiker Väterzeit genommen haben, entdecken heute zunehmend auch Arbeiter und Handwerker ihre Fähigkeiten bei der Kinderbetreuung. Junge Männer tragen mit ihren veränderten Wertvorstellungen zu dieser Entwicklung bei.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

Weitere Artikel aus "Gesundheit im Dialog"