- Gesundheit im Dialog -

Pause von der Pflege

Pflege ist Schwerstarbeit und kostet Kraft. Zu einem Großteil wird sie von Angehörigen erledigt. Umso wichtiger ist es, dass diese sich auch Auszeiten nehmen. „Familienmitglieder, die einen lieben Menschen zu Hause pflegen, benötigen regelmäßige Pausen, sonst ist deren völlige Erschöpfung absehbar, so AOK-Pflege-Expertin Michaela Bothe.

Die Pflegeversicherung bietet pflegenden Angehörigen die Möglichkeit dazu. Damit der Pflegebedürftige weiterhin gut versorgt wird, tragen die gesetzlichen Pflegekassen die Kosten für eine notwendige Verhinderungspflege. Bei der Verhinderungspflege wird der Pflegebedürftige zu Hause von einer Ersatzperson versorgt. Voraussetzung ist, dass Angehörige den Pflegebedürftigen bereits seit mindestens sechs Monaten pflegen. Zudem wird die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes während einer Verhinderungspflege für bis zu sechs Wochen je Kalenderjahr weitergezahlt.

In Fällen, in denen keine Verhinderungspflege genommen werden kann und die Erbringung häuslicher Pflege auch nicht über die Sach-, Geld-, Kombinationsleistungen oder Einrichtungen der teilstationären Pflege möglich ist, kann die zu pflegende Person auch vorübergehend in einem Pflegeheim untergebracht werden. Diese Kurzzeitpflege ist für die Überbrückung kurzfristiger Notsituationen gedacht. Dazu gehört unter anderem auch der Urlaub des Pflegenden. Die Pflegekasse übernimmt hierbei die Kosten für die pflegerische Versorgung, die medizinische Behandlungspflege sowie für die soziale Betreuung. Unterkunft und Verpflegung zahlt der Pflegebedürftige allerdings selbst. Voraussetzung ist, dass das Heim von der Pflegekasse für die Kurzzeitpflege zugelassen ist.

Pflegende Angehörige können Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege auch miteinander kombinieren. Über die konkreten Möglichkeiten sollten sie sich beraten lassen.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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