- Gesundheit im Dialog -

Studie belegt: Esportler bewegen sich zu wenig

Die Trainingssteuerung und das Gesundheitsverhalten von Esportlerinnen und Esportlern bergen noch viel Verbesserungspotenzial. Das ist das Ergebnis der Esport-Studie 2019 der Deutschen Sporthochschule Köln. Gemeinsam mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK wurden rund 1200 Esportlerinnen und Esportler unterschiedlicher Leistungsstufen befragt.

Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist jung, schulisch gut gebildet und sportlich aktiv: Rund 84 Prozent der Befragten betreiben zusätzlich zu ihrem Esport-Engagement klassischen Sport. Neben Ballsportarten wie Fußball stehen insbesondere Fitnesstraining und Radfahren hoch im Kurs. „Allerdings reicht das Sporttreiben noch nicht aus, denn nur knapp die Hälfte der Befragten erreicht das empfohlene Mindestmaß von 2,5 Stunden Bewegung in der Woche. Hier ist also noch Luft nach oben“, erklärt Professor Dr. Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln.

Ein Grund dafür ist, dass das Esport-Training nahezu ausschließlich digital stattfindet. Lediglich ein Drittel der Befragten absolviert überhaupt ein gezieltes Training, um besser zu werden. „Der Rest verfolgt das Prinzip ‚viel hilft viel‘ und hofft, allein durch häufiges Spielen besser zu werden. Ganzheitliche Ansätze, die auch ein Training abseits des Computers beinhalten, finden wir nur vereinzelt wieder“, so Froböse. Mit 20 Stunden und mehr Spielzeit pro Woche verbringen 54 Prozent der befragten Esportlerinnen und Esportler einen enormen Teil ihrer Freizeit vor PC und Spielekonsole. Also zusätzlich zur ohnehin sitzend verbrachten Zeit im Alltag, wie in Schule, Beruf, beim Essen, vor dem Fernseher, Tablet, Internet… Die ausgedehnten Sessions bringen somit zwangsläufig längere Sitzzeiten mit sich, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken und nicht immer durch Sport kompensiert werden können. Hier müsse es Ziel sein, Esport und Gesundheitsförderung in Einklang zu bringen.

Ein im Rahmen der Studie entwickelter Esport-Leistungstest ermöglichte eine umfassende Analyse der benötigten Fähigkeiten erfolgreicher Esportler. Dabei wurden unter anderem Reaktionsschnelligkeit, Wahrnehmung sowie körperliche Fitness getestet. Die Ergebnisse liefern die Basis für die Entwicklung gezielter Trainingskonzepte, die an den klassischen Sport angelehnt sind. Ziel ist es, neben der Spielstärke auch die Gesundheit der Esportlerinnen und Esportler aller Leistungsstufen zu verbessern.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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