- Gesundheit im Dialog -

Syphilis: Kondome verringern das Infektionsrisiko

Heide – Schätzungsweise elf Millionen Menschen infizieren sich weltweit jährlich neu an Syphilis. Das stellt ein großes Gesundheitsproblem dar. Einen vollständigen Schutz vor einer Syphilis-Infektion gibt es nicht. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK NordWest, wie das Ansteckungsrisiko gemindert werden kann.

Syphilis, auch Lues (lat.: Seuche) genannt, wird durch das Bakterium Treponema pallidum hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt zumeist über kleinste Verletzungen der Schleimhaut oder der Haut durch ungeschützte sexuelle Kontakte. Wie zum Beispiel vaginale, anale und orale Kontakte, aber auch Kontakte durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug. Seltener wird die Erkrankung auch durch asexuelle Kontakte, von der Mutter auf das Kind, über Bluttransfusionen, durch Organtransplantationen oder durch die gemeinsame Nutzung von Drogenbesteck weitergegeben.

Nahm die Häufigkeit der Erkrankung in den westlichen Industriestaaten seit Mitte der 1970er-Jahre zunächst stark ab, so ist seit Ende der 1990er-Jahre wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Es wird vermutet, dass die Syphiliserkrankungen deshalb wieder zunehmen, weil Therapien gegen HIV immer wirksamer werden und der geschützte Geschlechtsverkehr daher vernachlässigt wird“, sagt AOK-Mediziner Dr. Wolfgang Mollowitz.

Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner führt in etwa 30 Prozent der Fälle zu einer Infektion. In Deutschland und Westeuropa sind von der Syphilis vorwiegend Männer, die Sex mit Männern haben, betroffen. Bei der Ausbreitung spielen auch heterosexuelle Kontakte durch Prostitution eine wichtige Rolle.

Verschiedene Krankheitsstadien

Die gute Nachricht: Wird Syphilis frühzeitig erkannt, ist sie gut mit Antibiotika behandelbar. Unbehandelt verläuft die Syphilis-Infektion in drei Stufen: Im ersten Stadium etwa drei Wochen nach der Ansteckung bildet sich rund um die Eintrittsstelle der Bakterien ein schmerzloses, hartes Knötchen, das zu einem flachen Geschwür wird. Es tritt häufig am Penis, an den Hoden, an den Schamlippen, in der Scheide, im Anus oder im Mund auf.

In der zweiten Stufe nach rund neun Wochen kann es zu nicht juckendem Hautausschlag am Oberkörper, an den Handflächen und Fußsohlen kommen, später treten auch nässende Hautausschläge auf. Weitere mögliche Symptome sind geschwollene Lymphknoten, Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Appetitlosigkeit. Die dritte Stufe zeigt sich meist drei bis fünf Jahre nach der Infektion mit gummiartig verhärteten Knoten, die im und am ganzen Körper auftreten können. „Vor allem das erste Stadium ist hochinfektiös und auch im zweiten Stadium besteht Infektionsgefahr. Im dritten Stadium dann nicht mehr“, so Dr. Mollowitz.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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