- Gesundheit im Dialog -

Warum ein Haustier Kindern und der Familie guttut

Heide – „Bitte, bitte, bitte!“ Irgendwann hat fast jedes Kind den Wunsch nach einem Haustier. Doch Eltern zögern oft, dem Flehen ihres Nachwuchses nachzugeben. Gerade jetzt zu Weihnachten wird das Wünschen intensiver. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK NordWest, welche positiven Effekte oder auch Risiken ein Haustier für die menschliche Gesundheit haben kann. Ein Haustier kann nicht nur einem Kind, sondern der ganzen Familie viel geben. Denn neben der Charakterbildung tragen Tiere vor allem auch zur körperlichen und seelischen Gesundheit bei. Das Kind hat einen Spielkameraden, ist weniger allein und lernt, Verantwortung zu übernehmen. Auch für die emotionale Entwicklung ist das wertvoll. So kann das Kind zu dem Tier eine Beziehung aufbauen, wie es sie zu Erwachsenen und auch zu anderen Kindern oft nicht leisten kann. Ein Tier ist unvoreingenommen. Es freut sich, gekrault zu werden. Dabei ist es völlig egal, ob der Streichler klein oder dick ist, Tore schießen oder gut lesen kann. Es ist da und hört zu, ohne zu urteilen oder Geheimnisse zu verraten.

Ob ein Tier so positiv wirken kann, hängt aber auch maßgeblich von dem familiären Umfeld ab. Selbst wenn das Kind verspricht, sich um Hund oder Hamster zu kümmern, braucht es natürlich Hilfe und Anleitung. Ein kleines Kind kann sich nicht allein um einen Welpen kümmern. Aber wenn es erlebt, wie die Eltern den kleinen Hund mit einem klaren „Nein!“ davon abhalten, am Tisch hochzuspringen, kann das Kind viel für das Leben lernen. Etwa, wie man sich durchsetzt, selbstbewusst ist und dass man auch mal Nein sagen darf.

Emotionale Bindung

Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Mittdreißigern oder Senioren können Tiere einen positiven Einfluss haben. Denn beim Kontakt mit Tieren wird im Körper Oxytocin ausgeschüttet. Das passiert immer, wenn wir Bindungen eingehen: mit einem Neugeborenen, in einer Partnerschaft oder eben auch im Kontakt mit Tieren.

Dabei ist das Streicheln für die Ausschüttung von Ocytoxin nicht zwingend erforderlich und auch keine Bedingung dafür, dass eine Beziehung zu dem Tier entstehen kann. Deshalb scheint es für den gesundheitsfördernden Aspekt auch nicht wichtig zu sein, ob das Haustier ein Hund, ein Wellensittich oder ein Goldfisch ist. Es zählt vor allem der psychosoziale Faktor: Die Fantasien, die ein Mensch darüber anstellt, welche Beziehung sein Tier zu ihm hat, sind wahrscheinlich sehr wichtig. Vielleicht sogar wichtiger als die reale Beziehung. Selbst, wenn sich ein Kaninchen auf jedermanns Arm wohlfühlt – wenn man selbst nur fest genug daran glaubt, dass es sich auf die eigene Person bezieht, bedeutet dies eine ganz wichtige Verbindung. Daher muss ein Tier nicht unbedingt mit dem Menschen unter einem Dach wohnen. Ein Pferd lebt ja auch nicht im selben Haus und trotzdem entsteht eine Beziehung zu diesem Tier.

Das ist eine wichtige Erkenntnis für Eltern, die ihrem Kind aus Zeit-, Platz- oder Geldgründen kein Haustier erlauben (können): Es gibt Alternativen, die Begegnungen mit Tieren erlauben – ob das Kind die Erdmännchen im Zoo liebt oder Ziegen im Wildpark krault. Auch Tierheime suchen Streichler im Katzenhaus oder Gassigeher für die Hunde. Eines haben all diese Wesen gemeinsam: Sie sind tierisch gute Kontakte.