- Gesundheit im Dialog -

Was jeder Einzelne gegen das Coronavirus tun kann

Heide – Das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) beunruhigt die Menschen weltweit, auch bei uns in Schleswig-Holstein. Gestern wurde der erste Fall in Dithmarschen bestätigt. In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest, was jeder tun kann, um sich gegen eine mögliche Infektion zu schützen.

Kein Thema beherrscht derzeit die Medien von Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie sozialen Netzwerke so stark wie die rasante Verbreitung des neuartigen Coronavirus. Jeden Tag gibt es Meldungen über neue Erkrankte, Todesfälle, Krisenszenarien bis hin zu ausverkauften Desinfektionsmitteln und Atemmasken sowie Hamsterkäufen. Die Verunsicherung bei vielen Menschen ist spürbar.

Doch wie konnte es eigentlich zum Ausbruch des Coronavirus kommen? Seuchenexperten gehen davon aus, dass sich die ersten Patienten im Dezember 2019 auf einem Markt in der chinesischen Stadt Wuhan angesteckt haben. Inzwischen verbreitet sich das Coronavirus auch durch eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Der Hauptübertragungsweg ist die so genannte Tröpfcheninfektion. Dies ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege möglich oder auch indirekt über Hände, wenn diese dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

„Um eine Ausbreitung zu vermeiden und sich vor einer Ansteckung zu schützen, sollte wie bei der Grippe oder Atemwegserkrankungen auf eine gute Händehygiene geachtet werden. Das bedeutet, sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife zu waschen oder zu desinfizieren“, sagt AOK-Mediziner Dr. Wolfgang Mollowitz. Dies ist besonders ratsam nach Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder nach dem Einkaufen. Auch das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette ist wichtig. Wenn kein Einmaltaschentuch griffbereit ist, unbedingt in die Armbeuge niesen. Auch sollte möglichst ein Abstand gegenüber anderen Personen von etwa ein bis zwei Metern gehalten werden. So kann eine mögliche Tröpfcheninfektion vermieden werden.

Infektionen mit Coronaviren können unterschiedlich verlaufen. Bei einem Teil der Patienten beginnt die Erkrankung mit Fieber, trockenem Husten, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen. Innerhalb von einer Woche kann dann eine zunehmende Atemnot infolge einer Lungenentzündung eintreten. Bei schwer erkrankten Patienten kann sich daraus sogar ein akutes Atemnotsyndrom entwickeln, das eine mechanische Beatmung erfordert. Bei einem Teil der Infizierten zeigen sich aber auch nur leichte Erkältungssymptome wie Halsschmerzen. Die Inkubationszeit wird im Mittel auf fünf bis sechs Tage geschätzt, die kürzeste beobachtete Inkubationszeit betrug einen Tag, die längste 14 Tage. Bei Anzeichen einer Coronavirus-Infektion werden Patienten umgehend im Krankenhaus isoliert. Mit einem Test, der mit dem Abstrich von der Rachenschleimhaut gemacht wird, kann festgestellt werden, ob eine Infektion mit 2019-nCoV vorliegt. Die Entscheidung, ob ein Test auf Coronaviren durchgeführt wird, trifft immer der behandelnde Arzt. In diesen Fällen bezahlt die Krankenkasse. Besteht keine medizinische Notwendigkeit, muss der Test privat bezahlt werden.

„Eine spezifische Therapie gibt es für das Coronavirus derzeit noch nicht. An einem Impfstoff zur Vorbeugung wird noch gearbeitet. Der Körper muss die Viren also selbst bekämpfen“, so Dr. Mollowitz. Dabei können Erkrankte unterstützt werden. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit fiebersenkenden Mitteln, einer medikamentösen Therapie eventueller bakterieller Zusatzinfektionen der Atemwege bis hin zur Beatmung und vorübergehenden extrakorporalen Oxygenierung bei schwerem Atemnotsyndrom.

Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus stellt, aber auch das Labor, das das Virus bei einem Menschen nachweist, muss dies unverzüglich dem örtlichen Gesundheitsamt melden. Bei nachgewiesener Infektion werden die Patienten und Patientinnen isoliert. Auch das Behandlungspersonal unterliegt strengen Hygienerichtlinien mit Schutzkleidung, Handschuhen und Atemmaske.

Alle Maßnahmen verfolgen laut RKI bislang das Ziel, einzelne Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verzögern.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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