- Gesundheit im Dialog -

Wenn das Atmen immer schwerer wird

Heide – Die schwere Atemwegserkrankung COPD kommt viel häufiger vor, als vermutet. In Kooperation mit unserer Zeitung zeigt die AOK Nordwest, warum eine frühe Diagnosestellung wichtig ist, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder zu stoppen.

Etwa bis zu zehn von 100 Menschen, die älter als 40 Jahre sind, leiden an einer COPD. Vielen Menschen ist COPD jedoch gar kein Begriff. "Zuerst habe ich gedacht, dass ich erkältet bin. Das ging aber nicht weg, sondern wurde immer schlimmer", berichtet eine Leserin  unserer Zeitung. "Dann kam ich die Treppen kaum mehr hoch. Wenn ich es dann geschafft hatte, war ich völlig ausgepumpt und vollkommen fertig." Die 65-jährige Raucherin ging zum Arzt und kurze Zeit später stand die Diagnose fest: COPD – die Abkürzung für "Chronic Obstructive Pulmonary Disease", eine chronische, die Atemwege verengende Lungenerkrankung.

Männer erkranken noch häufiger an COPD als Frauen, weil der Raucheranteil bei Männern (noch) höher ist. Viele Menschen wissen im Anfangsstadium noch nichts von ihrer Erkrankung. Denn eine COPD beginnt sehr langsam und schrittweise. Wer denkt schon bei Husten an eine schwere Erkrankung? Zumal die charakteristische Atemnot anfangs nur bei größeren Anstrengungen spürbar ist. Beschwerden wie hartnäckiger Husten werden oft als sogenannter Raucherhusten abgetan oder für eine Erkältung oder Bronchitis gehalten. COPD von anderen Lungenerkrankungen abzugrenzen, ist nicht immer leicht. Der Großteil der COPD-Erkrankungen geht auf langjähriges Rauchen zurück. Die Reizstoffe im Tabakrauch bewirken eine chronische Entzündung der Bronchien. Dadurch werden bestimmte Umbauprozesse an den unteren Atemwegen in Gang gesetzt: Die Schleimhäute in den Bronchien schwellen dauerhaft an. Es wird permanent mehr Schleim produziert, der wiederum schlechter herausbefördert werden kann. Denn die Flimmerhärchen werden langsam zerstört, die für die Selbstreinigung der Atemwege zuständig sind. Zudem tragen die Wände der Bronchien Schäden davon, es bildet sich eine Art Narbengewebe. Alle diese Mechanismen zusammen haben zur Folge, dass die unteren Atemwege sich verengen, und zwar zunehmend.

Diese Veränderungen treiben oft die Entstehung eines Lungenemphysems voran: Die Wände der Lungenbläschen, die am Ende der feinsten Ästchen der Bronchien (Bronchiolen) sitzen und das eigentliche Lungengewebe bilden, werden unumkehrbar überbläht und zerstört. Dadurch gelangt immer weniger Sauerstoff ins Blut.

Im fortgeschrittenen Stadium wird das Atmen zur Schwerstarbeit, selbst bei leichten Tätigkeiten wie einkaufen gehen, Schuhe zubinden, Hände waschen oder sogar essen. Dies sind schleichende Prozesse, aber die Krankheit kann sich auch akut verschlimmern: sogenannte Exazerbationen. Husten und Atemnot nehmen zu, was häufig einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. Schließlich wird der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen: Herzschwäche, Gewichtsverlust und Muskelabbau können die Folge sein. Wichtigste Maßnahme, um diesen Verlauf zu bremsen, ist ein Rauchstopp. Patienten, die aufgehört haben zu rauchen, erleben deutlich weniger akute Verschlechterungen und Krankenhauseinweisungen. Doch das Rauchen aufzugeben, ist ein schwieriges Unterfangen.

Eine COPD ist nicht heilbar. Um die Symptome zu lindern und die Atemkraft zu erhalten, ist es wichtig, den Therapieempfehlungen des Arztes zu folgen. Das erfordert auch eine große Eigenverantwortung der Patienten. COPD-Patienten sollten zudem beachten, dass Atemwegsinfektionen bei ihnen häufig akute Schübe und eine Verschlimmerung der Krankheit auslösen. Daher sollten sie alle Möglichkeiten der Vorbeugung nutzen. Dazu gehören auch Impfungen, etwa die jährliche Grippe-Schutzimpfung gegen Influenza-Viren sowie eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken-Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können. Neben Medikamenten verbessern Sport und Bewegung die körperliche Belastbarkeit und die Atemnot.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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