- Gesundheit im Dialog -

Wenn die Grippewelle anrollt

Heide – Winterzeit ist Grippezeit: Alle Jahre wieder rollt hierzulande die Influenzawelle. Durchschnittlich erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen an Influenza. In Kooperation mit unserer Zeitung rät die AOK Nordwest vor allem den Risikogruppen, sich frühzeitig gegen Grippe impfen zu lassen.

Die echte Virusgrippe (Influenza) ist keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt daher vor allem chronisch Kranken, Menschen ab 60 Jahren und Schwangeren, sich impfen zu lassen. Denn bei ihnen besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Erkrankung schwerwiegende Folgen hat. Die Impfung sollte jedes Jahr, am besten im Oktober oder November, erfolgen.

Eine Erkältung, oft auch als grippaler Infekt bezeichnet, hat mit der echten Grippe nichts zu tun. Es ist allerdings nicht immer leicht, beide Erkrankungen nur anhand der Symptome zu unterscheiden, da es auch bei Erkältungen zu Fieber, Husten und Kopfschmerzen kommen kann. Erkältungen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern (zum Beispiel Rhino- und Coronaviren) hervorgerufen. Eine Grippe wird dagegen durch Influenzaviren ausgelöst. Übertragen werden diese durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion: Beim Husten, Niesen, Naseputzen oder auch beim Sprechen gelangen kleinste Tropfen in die Luft und die Umgebung, die dann von anderen eingeatmet werden oder sich über gemeinsam genutzte Oberflächen wie Türklinken, Haltegriffe oder Toiletten schnell weiterverbreiten. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage.

Zusammensetzung der Impfstoffe wird jedes Jahr neu festgelegt

"Grippeviren sind sehr ansteckend. Typische Krankheitszeichen sind plötzliches hohes Fieber über 38,5 Grad Celsius, trockener Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Die Betroffenen fühlen sich sehr schwach", sagt AOK-Apotheker Alf Richter. In unkomplizierten Fällen dauert eine Grippe etwa fünf bis sieben Tage, je nach körperlicher Verfassung auch länger. Komplikationen, beispielsweise eine Lungenentzündung, in Ausnahmefällen auch eine Herzmuskel- oder Gehirnentzündung, sind selten, aber insbesondere bei immungeschwächten Menschen möglich.

Während einer Grippesaison zirkulieren meist mehrere Varianten des Virus. Da sich diese ständig verändern, wird die Zusammensetzung der Impfstoffe von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr neu festgelegt. Die Impfung schützt gegen die vier Grippevirus-Varianten, von denen erwartet wird, dass sie am stärksten verbreitet sein werden.

Die Grippeschutzimpfung ist in der Regel gut verträglich. Gelegentlich kann es danach zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle oder zu Allgemeinsymptomen wie Frösteln, Müdigkeit oder Muskelschmerzen kommen. Schwere Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen sind bei allen Impfstoffen sehr selten. Nach der Impfung dauert es rund zwei Wochen, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor Ansteckung aufgebaut hat. Die Wirkdauer der Impfung liegt bei sechs bis zwölf Monaten. Auch eine spätere Impfung zu Beginn des Jahres ist oft noch sinnvoll, vor allem, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat.

Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz

Keine Impfung bietet einen hundertprozentigen Schutz. Auch nach einer Grippeschutzimpfung kann man an Influenza erkranken. Denn die Impfstoffe müssen schon vor Auftreten der Grippewelle produziert werden und passen nicht immer gleich gut zu den tatsächlich auftretenden Virenstämmen der jeweiligen Grippesaison.

Jeder kann auch selbst etwas dafür tun, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dazu gehören einfache hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges gründliches Händewaschen, Abstand zu erkrankten Menschen, Vermeiden von Händeschütteln sowie Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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