- Gesundheit im Dialog -

Wenn’s nach dem Sonnenbaden juckt

Heide – Wer sich zu lange ungeschützt der Sonne aussetzt, merkt die Folgen meist unmittelbar: ein schmerzhafter Sonnenbrand. Andere unerwünschte Reaktionen auf intensives Sonnenbaden zeigen sich oft erst später.In Kooperation mit unserer Zeitung informiert die AOK Nordwest, worum es bei der Sonnenallergie geht, die auch Polymorphe Lichtdermatose (PLD) heißt.

Erste Anzeichen stellen sich bei der PLD wenige Stunden, manchmal aber auch erst einige Tage nach der Exposition gegenüber den UV-Strahlen ein. Meist sind es rötliche Flecken auf der Haut, Knötchen oder Bläschen, die stark jucken und manchmal auch brennen.

Unterschiedliches Erscheinungsbild

Das Erscheinungsbild der PLD ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich (polymorph = vielgestaltig), es kann sich in kleinen Knötchen, Bläschen, größeren Quaddeln oder insektenstichartigen Pünktchen äußern. „Betroffene bekommen aber jedes Mal, wenn die Erkrankung auftritt, weitgehend die gleichen Symptome“, sagt AOK-Mediziner Dr. Thorsten Sebens. Be-troffen sind in der Regel die Körperstellen, die dem Sonnenlicht direkt ausgesetzt waren, meist Hals und Dekolleté, Arme, Handrücken, Oberschenkel und das Gesicht. Die unliebsamen Hauterscheinungen klingen zum Glück innerhalb weniger Tage wieder ab, ohne Spuren zu hinterlassen.

Sonne meiden – besonders zur Mittagszeit

Die wirksamste Behandlungsmethode ist einfach: Sonnenlicht meiden und sich mit entsprechender dichtgewebter Kleidung schützen. Geeignet sind Sonnenhut, lange Hosen und langärmelige Oberteile, sie halten das Sonnenlicht größtenteils ab. Wichtig ist außerdem, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (30 und mehr) zu verwenden, die vor den UV-A- und UV-B-Strahlen schützt. Diese sollte an unbedeckten Hautstellen aufgetragen werden.

Es gilt vor allem die Mittagssonne zu meiden, denn zwischen 11 und 15 Uhr erreicht die UV-Strahlung ihr Maximum. Betroffene sollten zudem daran denken, dass UV-A-Strahlen auch durch Fensterscheiben in Autos und Wohnungen dringen können. Lediglich UV-B-Strahlen werden durch Glas weitgehend abgehalten. Wie tief die UV-Strahlung in die Haut eindringt, ist von der Wellenlänge abhängig: UV-A mit längeren Wellenlängen dringt tiefer in die Haut ein, die kurzwelligere UV-B-Strahlung ist energiereicher. Beide können zu DNA-Schäden führen.

Um die Hautveränderungen und den Juckreiz abzumildern, können Antihistaminika und entzündungshemmende Kortisonpräparate auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. "Bei den meisten Menschen mit einer PLD lassen die Beschwerden im Laufe des Sommers nach, da häufigere Aufenthalte in der Sonne zu einer Art Gewöhnungseffekt führen", so Dr. Sebens.

Die PLD ist relativ weit verbreitet: In Mitteleuropa, Skandinavien und den USA sind zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal im Leben davon betroffen, Frauen häufiger als Männer. Hochsaison ist im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Ob es sich bei der Krankheit wirklich um eine Allergie handelt, ist noch unklar. Sicher ist, dass Sonnenlicht offenbar eine entscheidende Rolle als Auslöser der Krankheit spielt.

Ein Artikel aus der Serie "Gesundheit im Dialog" von der AOK Nordwest und Boyens Medien.

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