Heide

Heider SV verliert gegen Drochtersen knapp

Dieses Gewimmel im Strafraum nach einem Eckball, oder auch einem Freistoß, wird in der 1. und 2. Liga oft durch den Videoassistenten aufgelöst. Dieses Hilfsmittel steht in der Regionalliga nicht zur Verfügung.

Schiedsrichter Rose entschied nach einem allgemeinen Gezerre und Gestoße auf Elfmeter für die Spielvereinigung Drochtersen/Assel, die gegen den Heider SV in der 28. Minute mit 1:0 in Führung ging. So stand es zur Halbzeit auch noch, am Ende hieß es vor 1416 Zuschauern am sonnigen Freitagabend 1:2 gegen den Heider SV, der sich bis zuletzt wehrte.

Mit allem Vorbehalt, weil aus 70 Metern Entfernung betrachtet: Den Elfmeter konnte man als Schiedsrichter, der die viel bessere Position hatte, geben. Doch Aufsteiger- oder Außenseiterglück ist anders.

Gastgeber Heider SV hatte bis zu dieser 28. Minute bereits den gewohnt hohen läuferischen Aufwand leisten müssen, um die Partie gegen einen erfahrenen Viertligisten offen zu gestalten. Das war bis dahin ganz gut gelungen. Das größte Glück (oder ein Fehler des Gegners) fehlte den Dithmarschern indes auch im Abschluss.

Nach hinten war der Heider SV etwas anders sortiert als sonst. Leif Hahn, auf dem elektronischen Spielbericht in der Anfangsaufstellung geführt, fiel aus und wurde von dem nach seiner Hochzeit zurückgekehrten Tobias Hass ersetzt. Jan Wansiedler besetzte meist hinter Azat Selcuk die Heider Mittelfeldzentrale, unterstützt von Calvin Ehlert. Auf der linken Seite nahm Marvin Wolf den ehemaligen HSV-Profi Ashton Götz oft in enge Deckung und ergänzte die Abwehrformation zur Viererkette neben Steffen Neelsen, David Quade und Hinrich Schröder. Auf der anderen Seite half auch Alex Hardock gern hinten aus. 

Doch Heide beschränkte sich nicht allein auf die Wartestellung. Das Beiroth/Dethlefs-Team suchte den Weg in die Spitze über schnelle Ballpassagen. Drochtersens Abwehr und Torhüter wurden zur Aufmerksamkeit gezwungen.

Auf der anderen Seite hatte der starke Mittelstürmer Neumann kurz nach seinem Strafstoßtor die Vorentscheidung auf dem Fuß, als er den Ball über Meister, aber auch über die Torlatte hob.

Dieses 0:2 ließ nach dem Seitenwechsel nicht lange auf sich warten. Auf der linken Angriffsseite bereitete Drochtersen/Assel den Treffer gekonnt vor. Durch Hinterlaufen öffnete der Abwehrmann Kleine den Raum. Seine Hereingabe nahm Neumann kurz an und verwandelte nicht schulmäßig, weil mit der Pike, dafür aber höchst effektiv und unhaltbar.

Die Heider schienen sich etwas verausgabt zu haben. Drochtersen wirkte in dieser Phase frischer.

Doch Aufgeben ist in Dithmarschen ein Fremdwort. Wolf löste sich etwas mehr, verpasste eine Flanke knapp. Aber es fehlte nicht mehr viel zum Anschlusstreffer. Gieseler erzielte ihn nach einem Abpraller in der 59. Minute, stand kurz darauf  vor dem Ausgleich, traf das Außennetz.

Der erschöpfte und leicht angeschlagene Hass musste nach 65 Minuten raus. Sinzel rückte in den Angriff. Eine Viertelstunde vor Schluss ersetzte der aus Altona gekommene Vojtenko bei seinem Debüt Selcuk. Bei der Spielvereinigung wechselte Götz die Seite und agierte defensiv, um den Vorsprung zu halten, derweil der Heider SV sich aufbäumte. 

Es reichte schließlich für die Gäste aus Niedersachsen. Der Heider SV hat nach dem Sieg über Hannover 96 II ein weiteres Mal bewiesen, dass er zumindest im heimischen Stadion mithalten kann. Enttäuschte Gesichter ließen allerdings erkennen, dass knappe Niederlagen auch nicht viel schöner sind als klare. Den Beifall von der Tribüne hatte sich die nie aufsteckende Heimmannschaft gleichwohl verdient.

Kurze Diskussionen mit dem Schiedsrichter und Rufe von den Rängen schlossen sich an. Der frühe Elfmeter hatte auch im Nachhinein noch größte Bedeutung.

Am Mittwoch tritt der Heider SV in Jeddeloh an, am Sonnabend kommt Altona 93, das sich bei den HSV-Verantwortlichen mit wohl 400 Fans angesagt hat.

Heider SV: Meister - Neelsen, Quade, Schröder, Wolf (88. Ay) - Ehlert - Wansiedler - Hardock, Selcuk (74. Vojtenko) - Hass (65. Sinzel), Gieseler.

Spielvereinigung Drochtersen/Assel: Klinkmann - Zeugner, Rogowski, Adrijanic, Kleine (77. Shehada) - Joannou - Götz, Edeling (65. Giwah), Schuhmann - Neumann, Kovacic (83. Voigt).

Schiedsrichter: Rose (Bad Harzburg).

Zuschauer: 1416.

Tore: 0:1 Neumann (28., Foulelfmeter), 0:2 Neumann (53.), 1:2 Gieseler (59.). 

Tabelle: http://www.sportplatz.sh/tabellen/fussball/herren-senioren/regionalliga-nord.html

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