Heide

VfB Lübeck zeigt seine Qualitäten

Auch im vierten Spiel der noch jungen Regionalligasaison gab es für den Heider SV nicht viel zu holen. Zwar hielten die Schwarzhosen in Halbzeit 1 noch gut mit, spätestens in der zweiten Halbzeit machte der VfB Lübeck dann aber klar, warum er als Titelaspirant gilt. Am Ende stand ein 0:4.

Der VfB Lübeck, vermeintlich gestresst von 120 sonntäglichen Pokalminuten gegen St. Pauli, befleißigte sich im Stadion an der Meldorfer Straße gegen den Heider SV einer ökonomischen Spielweise. Das scheint generell eine Eigenheit des Titelfavoriten zu sein, der auch seine bisherigen drei Spiele dieser Regionalliga-Saison nicht deutlich gewonnen hat. In Heide endete das Duell mit 4:0 (1:0) zugunsten des VfB Lübeck, der plangemäß die Tabellenführung übernahm.

Die Dithmarscher hatten Umstellungen vorgenommen. Jan Wansiedler, stärkster Spieler der ersten Wochen, wechselte von der Rechtsverteidiger- auf die Spielmacherposition im offensiven Mittelfeld. Die Dreier-Abwehrkette bildeten Neelsen, Quade und der aus Lägerdorf gekommene Schröder.

Das war keine unüberlegte Maßnahme. Der Heider SV hielt die erste halbe Stunde ausgeglichen. Fernschüsse von Hardock verfehlten allerdings das Ziel. Auf der Gegenseite bügelte Franzenburg einen von ihm selbst verursachten Abpraller aus, als er gegen den nachsetzenden Hobsch parierte.

Der VfB Lübeck wartete auf eine Unzulänglichkeit, eine Lücke im Heider Defensivverbund. Sie entstand, als die 36. Minute gerade anbrach, auf der linken Abwehrseite des Gastgebers, wo die ganz in Rot angetretenen Lübecker in Gestalt ihres Flügelläufers Riedel voranschritten. Die Hereingabe erreichte Arslan, und der vollendete mit einem Drehschuss ins Eck.

Gieseler hatte nach Zusammenspiel mit Wolf den Ausgleich auf dem Fuß. Er verfehlte, anders als der Lübecker Arslan, knapp. So ging es mit einem 1:0 für den Favoriten in die Halbzeitpause.

Gerade wurde in der 65. Minute die beachtliche Zahl von mehr als zweieinhalb Tausend Besuchern durchgesagt, da ließen die Gäste am Heider Strafraum den Ball laufen, bis Matovina freistehend vor Franzenburg vollenden konnte. Eine Siegchance bestand für den Heider SV, der in Nachwuchsmann Kieselbach einem weiteren Debütanten die Chance gab, nicht mehr. Lübecks Arslan hatte in der 73. Minute freistehend seine letzte Aktion und ließ sich nach dem 3:0 für Lübeck auswechseln.

Heider Hoffnungen, so sie denn bestanden hatten, entpuppten sich als Illusion. Das dürfte allerdings noch einigen Regionalligisten so gehen.

Heider SV: Franzenburg - Neelsen, Quade, Schröder - Hahn, Ehlert - Hardock (81. Mittelbach), Wansiedler, Peters (81. Ay) - Gieseler, Wolf (69. Kieselbach).

VfB Lübeck: Raeder - Lippert, Grupe, Kim - Riedel, Mende, Malone, Schelle (59. Deichmann), Matovina - Arslan (73. Hebisch) - Hobsch (65. Parduhn).

Schiedsrichterin: Kunkel (Hamburg).

Zuschauer: 2522.

Tore: 0:1 Arslan (36.), 0:2 Matovina (65.), 0:3 Arslan (73.), 0:4 Mende (86.).

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