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Gaffer werden immer dreister

von Redaktion Mittwoch, 27. Dezember 2017 16:27 Uhr


 

Von Mona Marie Denker, Meldorfer Gelhrtenschule, Klasse 9d

Meldorf  –   Auf der A20 Richtung Greifswald kam Anfang Dezember ein Lastwagen auf die Gegenfahrbahn. Sechs Menschen wurden verletzt. In Fällen wie diesen werden die Rettungskräfte immer häufiger durch Schaulustige gestört.

Anstatt aktiv zu werden beobachten sie lieber das Unfallgeschehen: Gaffer sind überall. Doch welche Folgen hat ihr Verhalten nach sich? Schon die Anfahrt der Einsatzkräfte gestaltet sich als schwierig. „Wegen der Schaulustigen mussten zusätzliche Sicherheitskräfte eingesetzt werden“, so ein Polizeisprecher über den Unfall auf der A20. Oft werden keine Rettungsgassen gebildet und an der Unfallstelle stehen Menschen  herum, weswegen die Einsatzfahrzeuge und Retter nicht zu den  Verletzen durchkommen. Die   Situation der Verletzten verschlimmert sich.

 Für die Unfallopfer kommt es durch Gaffer immer wieder auch zu unangenehmen Situationen, da   fotografiert und gefilmt wird und das Bildmaterial später möglicherweise in den sozialen Netzwerken auftaucht. Es gibt Gaffer, obwohl sie  von den Einsatzkräften auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden, sich nicht zurückziehen. Trotz mehrmaliger Aufforderungen, folgen die ganz Hartnäckigen den Anweisungen der Einsatzkräfte nicht. 

Dabei gilt: Wer verunglückte Autos oder Verletzte filmt oder fotografiert, begeht eine Straftat. Dabei ist es unerheblich, ob die Fotos weitergegeben oder veröffentlicht werden. Was zählt ist allein die Anfertigung einer solchen Aufnahme, die laut § 201a des StGB „die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt“ . Dieses Vergehen kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe sanktioniert werden. 

Nur unter Androhung von Platzverweisen und Bußgeldern hatte die Polizei bei dem  Unfall auf der A20 einige Schaulustige daran hindern können, sich dem Unglücksort zu nähern. Einige versuchten es sogar mehrmals.





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