Hochpräzise Bauelemente „Made in Dithmarschen“
Heide Hochwertig, präzise und oft winzig klein: Die von der VISHAY BCcomponents BEYSCHLAG GmbH in Heide produzierten Dünnschichtfestwiderstände kommen überall in der professionellen Elektronik zum Einsatz. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die meisten von uns als Endverbraucher bereits mit Produkten zu tun gehabt, die mit Dünnschichtwiderstände aus der Heider Rungholtstraße arbeiten. Spätestens wenn man sich im Straßenverkehr bewegt, denn für die Automobilbranche und deren moderne Elektronik ist das Dithmarscher Unternehmen ein wichtiger Zulieferer.
Firmengründung in Berlin
Die Wurzeln des Unternehmens reichen fast hundert Jahre zurück bis ins Berlin des Jahres 1931, als Dr. Bernhard Beyschlag unter seinem Namen eine OHG gründete. Die Dr. Bernhard Beyschlag OHG produzierte zunächst Gleichrichter, doch bald schon verlegte man sich auf Dünnschichtwiderstände – schon damals war das Unternehmen am Puls der Zeit. In den 1960er Jahren hielt es einen bedeutenden Marktanteil auf dem Gebiet der deutschen Unterhaltungselektronik. 1964 wurde man Tochtergesellschaft der Philips GmbH. Nach Zwischenstationen in Hitzacker und Sylt siedelte sich das Unternehmen schließlich 1966 in Heide an. 1998 trennte sich Philips von seiner Sparte der passiven Bauelemente, und BEYSCHLAG wurde Teil des neu gegründeten Unternehmens BCcomponents. Seit 2002 gehört BEYSCHLAG zum Vishay-Konzern. Vishay Intertechnology gehört zu den weltweit führenden Herstellern von diskreten Halbleitern und passiven Bauelementen für die Elektronikindustrie. Als Teil des Vishay-Konzerns gehört der Heider Standort zum Geschäftsbereich Draloric/Beyschlag und arbeitet intensiv mit Vishay-Standorten im bayrischen Selb, in Tschechien, Israel und China zusammen.
Weitgefächertes Einsatzspektrum
Heute ist das Kerngeschäft die Produktion von hochpräzisen Schichtwiderständen, wobei höchste Kundenansprüche an Qualität und Zuverlässigkeit erfüllt werden. Zu den Kernprodukten gehören die sogenannten MELF-Widerstände in zylindrischer Bauform, die winzig kleinen Dünnschicht-Chipwiderstände sowie die Hochtemperatur-Sicherungen (HCTF). Das Einsatzspektrum dieser Bauelemente „Made in Dithmarschen“ ist weitgefächert: Sie kommen in den professionellen Bereichen der Elektronik zum Einsatz, also überall dort, wo es auf besondere Leistungsfähigkeit und hohe Qualität ankommt. Dazu gehört die bereits erwähnte Automobilindustrie, wo es um Sicherheit und Zuverlässigkeit geht, außerdem die Industrieelektronik, wie zum Beispiel in der Automatisierung oder der Mess- und Regeltechnik. Im Bereich der Telekommunikation finden die Bauteile vom Mobilfunknetzwerk bis hin zur Luft- und Raumfahrt Verwendung, und in der Energietechnik zählen etwa Photovoltaikanlagen und Stromzähler zu den Einsatzbereichen. Nicht zuletzt kommen die Heider Bauelemente in Präzisionsanwendungen wie zum Beispiel Waagen, Sensoren und Prüfgeräten zum Einsatz. Kurz gesagt: in allen Anwendungen, in denen Qualität und Zuverlässigkeit gefordert sind. Dazu werden in Heide die Produkte im Schichtbetrieb von den mehr als 500 Beschäftigten unter Reinraum-Bedingungen in großen Stückzahlen hergestellt.
Maschinen Marke Eigenbau
Das Besondere am Heider Hochtechnologie-Unternehmen ist seine Fertigungstiefe: Rund die Hälfte der verwendeten Fertigungsanlagen baut man selbst, „weil man die nicht einfach kaufen kann“, erklärt Hauke Harders. Der gebürtige Dithmarscher, Jahrgang 1992, ist Teamleiter der Abteilungen Elektronik-Konstruktion und -Entwicklung. Mit seinem 14-köpfigen Team aus Entwicklern und Elektrokonstrukteuren entwickelt und designt er vom Schaltplan über die Software bis zur letzten Schraube die Spezialmaschinen, die es braucht, um die hochpräzisen Produkte herzustellen und zu prüfen. Und das nicht nur für den Heider Standort: „Wir betreuen auch Lösungen für die anderen Vishay-Standorte in Deutschland und Europa“, berichtet Harders. Gerade stehen zehn sogenannte Abgleichmaschinen vor der Endabnahme. Die vollständig in Eigenregie konstruierten und gebauten Geräte, intelligente Kombinationen aus Lasertechnik und Messgeräten, werden künftig die Widerstände mittels Laser gefertigt.
Begeisterung für Elektrotechnik
Der Albersdorfer Harders hat während eines freiwilligen Schulpraktikums bei VISHAY BEYSCHLAG seine Begeisterung für Elektrotechnik entdeckt. Gleich im Anschluss startete er hier seine Ausbildung zum Industrieelektroniker, studierte anschließend Elektro- und Automatisierungstechnik an der Fachhochschule Westküste und machte hier seinen Bachelor sowie seinen Master. Nach einem Abstecher in die Prozesstechnik in einem Brunsbütteler Unternehmen kehrte er 2018 als Softwareentwickler an die Rungholtstraße zurück. Seit 2023 ist er in seiner jetzigen Position in Führungsfunktion tätig und für den eigenen Maschinenbau verantwortlich. Die beiden Teams Elektronik-Konstruktion und -Entwicklung arbeiten dabei eng zusammen. „Das schafft kurze Wege“, so Harders, der sich heute als Teamleiter nicht nur mit den Maschinen zu beschäftigen hat, sondern auch mit den Menschen, die sie konstruieren. „Das entsprechende Handwerkszeug dazu habe ich vom Unternehmen bekommen“, berichtet er. Im Rahmen von Seminaren konnte er damals unter anderem nach Israel reisen und das Land und den Partnerstandort kennenlernen.
Ausbildung im Fokus
Hauke Harders ist die Begeisterung für seine Arbeit anzumerken. „Das ist schon eine tolle Sache hier“, erzählt er. „Man ist am Puls der Zeit, darf strategisch sein, mitentwickeln.“ Das Betriebsklima ist trotz der Größe des Unternehmens familiär. VISHAY BEYSCHLAG bietet keine Kurzfristbeschäftigungen, sondern baut auf langfristige Zusammenarbeit. Alle Mitarbeitenden werden unabhängig von ihrer Position gefördert und dabei unterstützt, sich aktiv einzubringen. Mit Chancengleichheit, Inklusion und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie lebt das Unternehmen seine soziale Verantwortung. Einen hohen Stellenwert bildet seit jeher die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses. In insgesamt neun unterschiedlichen Berufsfeldern, kaufmännischen und insbesondere technischen, wird ausgebildet. Damit setzt das Unternehmen Jahr für Jahr ein deutliches Zeichen für die duale Ausbildung in der Region. Neben den fachlichen Fähigkeiten wird auch die soziale Kompetenz des Nachwuchses gefördert. So bekommen die Auszubildenden das Rüstzeug für ihr weiteres Berufsleben. Seit 2015 ist VISHAY BEYSCHLAG außerdem Patenunternehmen von „Jugend forscht“ und war bis 2025 Ausrichter des Regionalwettbewerbs Heide.
Im Vishay-Konzern und auch am Standort Heide blickt man optimistisch in die Zukunft. Schlagworte wie Energiewende oder Künstliche Intelligenz zeigen: Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln sich rasant weiter. „Und überall werden unsere präzisen Bauelemente gebraucht“, so Hauke Harders. Ohne Zweifel gehört das Heider Unternehmen zu den Akteuren, die unsere Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mitgestalten werden.
VISHAY BCcomponents
BEYSCHLAG GmbH
Rungholtstr. 7-10, Heide
www.vishay.com