Exkursion 2024 zum Heimatmuseum
Bei sommerlichen Temperaturen fand die diesjährige Exkursion der Familienforscher aus den Reihen des Vereins für Dithmarscher Landeskunde statt. Ziel der rund 25 Mitglieder und zahlreicher Gäste war das direkt an der Kirche in Hademarschen gelegene Heimatmuseum. Nach einer Begrüßung durch den Arbeitskreis-Vorsitzenden Heinrich Sievers wurden die unterschiedlichen Räume im Rahmen einer Führung ausgiebig erkundet.
Die Exponate, die mit viel Liebe zum Detail hergerichtet sind, ließen so manchen Besucher in Erinnerungen schwelgen. Die Gedanken reisten zurück in die alte Schulzeit beim Anblick der Holzpulte, es wurde an die körperliche harte Arbeit bei den landwirtschaftlichen Geräten erinnert oder die ausgestellte Küchenzeile brachte längst vergessene Rezepte zurück. Alles wurde interessiert begutachtet und gerade die alten Fotos und Postkarten von Hademarschen in Verbindung mit der ausgestellten „guten Stube“ ermöglichten eine kurzweilige Zeitreise. „Das kenne ich noch“, oder „so etwas hatten wir auch“, war überall zu hören. Der Ausstellungsraum über den Nord-Ostsee-Kanal beherbergte eine wahre Fundgrube für die Familienforscher. Alle ehemaligen Grundeigentümer der späteren Kanaltrasse sind hier namentlich festgehalten. Die Fotos der Arbeiter mit ihren Handspaten, die in mühevoller Arbeit den Kanal entstehen ließen, stehen dabei in einem starken Kontrast zur im Original erhaltenen Speisekarte, die die exklusive Menüfolge zur Eröffnung des Kanals in Anwesenheit des Kaisers verrät. Alte Zeitungsartikel ermöglichen authentische Einblicke in die Zeit des Baus und der Fertigstellung der heute noch so wichtigen Schifffahrtsstraße.
Die angegliederte ostdeutsche Heimatstube mit zahlreichen Gegenständen wurde ebenfalls von allen mit Begeisterung in Augenschein genommen. Es fanden überall rege Gespräche statt und oftmals wurden auf den zweiten Blick noch mehr außergewöhnliche Einzelheiten bei den Ausstellungsstücken entdeckt. Auf einer großen Landkarte sind Namen und Herkunftsorte der in Hademarschen angekommenen Flüchtlinge festgehalten. Zusammen mit selbst gefertigten Stammbäumen und geretteten Familienunterlagen boten auch diese Exponate immer wieder Anlass für interessierte Nachfragen und familienkundliche Notizen.
Dem in Hademarschen verstorbenen Schriftsteller Theodor Storm war selbstverständlich ebenfalls ein Raum gewidmet und neben einer japanischen Buchausgabe von „Der Schimmelreiter“ gab es auch hier weniger bekannte Informationen über sein Leben und Wirken zu entdecken. Für wirklich jeden Besucher war an diesem Nachmittag etwas Interessantes dabei und alle waren sich einig, dass es wieder ein rundum gelungener Ausflug war.
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