Mit Gästen durchs Moor
Zur guten Tradition gehört seit vielen Jahren die Moorbegehung des Sportangelvereins „Früh auf“ Heide durch das vom Angelverein betreute 283 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Ostroher/Süderholmer Moor. Diese fast unberührte Natur galt es am Karfreitag mit dem Heider Angelverein zu erkunden.
Carsten Münch, Beauftragter des Vereins für Umwelt- und Naturschutz, leitete die knapp dreistündige Wanderung und erklärte in ausführlicher Form etwas über die Größe des Moores, über Pflanzen und Tiere, über das Klima und die Entstehungsgeschichte.
Bei den im Ostroher und Süderholmer Moor befindlichen Teichen – insgesamt etwa 100 Hektar offene Wasserfläche – handelt es sich um Torfkuhlen, die durch Grundwasseranschnitt bei Abgrabungen zur Torfgewinnung entstanden sind. In Eigenbeschränkung sind große Teile als Ruhezonen für das Wild ausgewiesen.
Carsten Münch betonte vor den über 50 Gästen, darunter Heides Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat, dass der Sportangelverein für eine gesunde Fauna und Flora einstehe und dass der Verein nicht nur Nutzer, sondern zugleich auch Naturschützer, Heger und Pfleger des Landschaftsschutzgebietes sei.
„Durch die jahrzehntelangen Bemühungen des Angelvereins ist das Ostroher/Süderholmer Moor von einer Müllkippe zu einem Naherholungsgebiet und Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen geworden. Ein kleiner Spaziergang durch das Ostroher/Süderholmer Moor bietet jedem Erholungs- und Regenerationsmöglichkeiten in gesunder Umwelt“, betont der Vorsitzende Kai Kuchel in der Marschpause, bei der sich die Teilnehmer mit belegten Broten, Kuchen und Getränken stärken konnten.
Die Angler und naturinteressierten Gäste verschafften sich einen Eindruck davon, was die Angler jährlich in vielen Arbeitsstunden leisten, um die einzigartige Landschaft mitsamt den Stillgewässern und Böschungen von Unrat zu befreien, Wildwuchs zu durchforsten sowie Ufersicherungsmaßnahmen zu treffen. Erstmals dabei waren Edith und Wilfried Möller, aus Tensbüttel-Röst und Gretchen Timm aus Ostrohe.
„Das Moor übt eine einzigartige Faszination auf uns aus. Wir werden bestimmt wieder zum Entspannen vorbeikommen“, so das Fazit von Edith Möller. Eine andere Gruppe schaute Carsten Münch gespannt über die Schulter, als dieser an einem Gagelstrauch, auch Moor-Gagel genannt, stehenblieb.
„Der Gagelstrauch ist dicht mit sitzenden, goldglänzenden Drüsen besetzt, die stark aromatisch duften und ätherische Öle absondern. Bei uns im Moor kommt der Gagelstrauch verhältnismäßig oft vor“, erklärte Carsten Münch. Das inspirierte einige zu einer Kostprobe des Duftes, indem sie die Drüsen zwischen ihren Fingern zerrieben und ganz angetan waren von dem aromatischen Duft.
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