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Backstage beim Nordseebäcker Kruse


Büsum · Friedrich-Wilhelm Trottmann · 26.09.2026

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Matthias Kruse stellt einer Gruppe der vielen Teilnehmer seinen Familienbetrieb vor.

Die Veranstaltungsreihe „Backstage“ der Kulturwarft hatte im Hotel „Zur Alten Post“ begonnen, war beim Fischgeschäft Möller fortgesetzt worden und nun beim Nordseebäcker Kruse angelangt. Inken Wöhlbrand konnte als Kulturwarft-Vorsitzende 45 Interessierte begrüßen, unter ihnen ihren Vorgänger Anton Bingert.

Matthias Kruse stellte sodann seinen Familienbetrieb vor, in dem seine drei Söhne Andre, Christian und Niclas nebst 45 Angestellten mitarbeiten. Seine Eltern übernahmen 1960 von der Ostsee kommend die Bäckerei von Eggers. Vater Kruse war von dem gemütlichen und kleinen Büsum überzeugt, das wird schon etwas. 

Matthias lernt 1983 bis 86 Bäcker in Heide, 86 bis 88 in Eckernförde Konditorei, arbeitet in Neumünster, Nordhastedt, der Schweiz und macht in Hannover seinen Meister. 1984 stirbt Vater Kruse, der Betrieb ruht drei Jahre, bis ihn Matthias 1990 mit Ehefrau Andrea übernimmt. Die Westerstraße 9 wird zur Bäckerei, die Tischlerei Elsen zur Backstube, beim Campingplatz Kahlke kommt ein Verkaufswagen dazu, jetzt ein Backshop.

Als das Hotel Stadt Hamburg in der Kirchenstraße einem Wohnen weicht, kommen wegen des Backgeruchs Beschwerden. Ein neuer Standort muss her. Im Gewerbegebiet scheitert es und am Ortseingang an der B203 ist schon ein Grundstück erworben, doch dort darf nur Landwirtschaft betrieben werden.

In Groven 7 wurde er mit gut einem Hektar Eigenland fündig. Eine Kohlscheune, Kuhstall und Halle waren vorhanden, doch die Umnutzung war behördlich nicht gerade einfach, nur Mitarbeiterwohnungen wurden erlaubt. In der Scheune wurden alle Balken verstärkt, alles wurde bei der Umnutzung erneuert. Am 15. März 2020 war es soweit, die Bäckerei Scharbau mit Stammsitz in Nordhastedt wurde von Kruse übernommen.

Hinzu kamen für die Bäckerei Kruse sieben Filialen um und in Heide mit 45 Mitarbeitern. Einfach wurde es nicht, Mindestlohn, Energiekosten und Corona kamen auf ihn zu, doch „Das schaffen wir auch“, so Kruse. Zu wenig Strom war auch ein Problem, der Kampfmittelräumdienst brauchte ein Jahr bis zur Freigabe. Heute arbeiten 12 Mitarbeiter in der Backstube, nur vier davon sind Deutsche.

13 Filialen sind zu beliefern, davon fünf in Heide, Nordhastedt, Meldorf und Lohe. Um 1:30 Uhr ist Arbeitsbeginn, im Sommer verlassen täglich bis zu 10.000 Brötchen die Bäckerei. 26 Verkäufer und drei Bürokräfte helfen dabei. Viel Handarbeit ist zu bewältigen, auch in der separaten Konditorei. Ganz ohne Maschinen geht es nicht.

Fünf Mitarbeiterwohnungen zeigen die soziale Kompetenz des Betriebes. Mit einem gemütlichen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen im Gretchen in der Westerstraße 44 endete die interessante und informative Veranstaltung.