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Besonderer Tag mit besonderen Gästen


Meldorf · Marco Klemmt · 01.10.2026

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Edwing Gonzales aus Miraflor, Nicaragua, bestaunt Kohl aus Dithmarschen.
Da staunte Edwing Gonzales nicht schlecht. Solch große Kohlköpfe hatte er noch nicht gesehen. „Están enorme – die sind ja riesig!“, sagte er beeindruckt. Zusammen mit Marcos Duartes war er auf Einladung vom „Verein Eine Welt“ im Blick für einen Tag zu Besuch in Dithmarschen.

Die beiden sind Kaffeebauern aus Nicaragua, dem mittelamerikanischen Land, das genau wie Schleswig-Holstein über zwei Küsten verfügt. Ihre Kooperativen sind seit Jahren Partner im Fairen Handel. Die Fincas der Cooperativa La Unidad – kleine Bauernhöfe mit im Durchschnitt drei Hektar Land – liegen alle im wunderschönen Naturschutzgebiet Miraflor im bergigen Norden Nicaraguas. Es ist gleichzeitig das größte Anbaugebiet für Kohl. Daher war es nicht verwunderlich, dass bei einem Kohlfeld auf dem Weg zum Speicherkoog dieser Stopp eingelegt werden musste. Die beiden Bauern zeigten sich sehr interessiert an dem, was hier auf den Weiden grast und auf den Feldern wächst.

Ihr Hauptanliegen war aber ein anderes: Sie wollten über die Wirkungen und Bedeutung des Fairen Handels bei ihnen vor Ort berichten. So besuchten sie am Morgen erst die Gelehrten- und danach auch noch die Gemeinschaftsschule. Für die Schüler und Schülerinnen war es ein einmaliges Erlebnis. 

Dass die Bauern auch in Nicaragua vor großen Herausforderungen stehen, wurde bei der abendlichen Veranstaltung deutlich. Vieles davon dürfte den Bauern hierzulande bekannt vorkommen: Generationenwechsel, ländliche Zukunftsperspektiven, existenzsicherndes Einkommen und nicht zuletzt der globale Klimawandel. „Bei uns ist er längst da“, sagt Marcos Duarte. Und meint damit: Der Regen kommt nicht mehr verlässlich.

Stolz berichtet Edwing Gonzales, wie ihre Art der agrar-ökologischen Landwirtschaft die Waldlandschaft in Miraflor – Natur- und Lebensraum zugleich – schützt. „Wir ernten so zwar weniger, aber in einer besseren Qualität“, sagt er. Diese Mischung aus Wald und Landwirtschaft führt zudem zu einem besseren Mikroklima, das die Böden auf ihren Fincas selbst in Dürrezeiten feucht hält. Dank des Fairen Handels können sie in neue, resistentere Pflanzen investieren. Dies alles schafft langfristig Einkommensmöglichkeiten in geschützten Naturräumen und eröffnet der nachfolgenden Generation Perspektiven auf dem Land.

Mit einem Becher fairen Kaffees aus Nicaragua klang der Abend dann im Eine-Welt-Laden aus. Erfreut stellte Marcos Duarte dabei fest, dass „seine“ Kaffeebohnen ein wichtiger Bestandteil im „Meldorf Kaffee“ sind. Für den Verein „Eine Welt im Blick“ war es ein rundum gelungener Tag mit vielen Erkenntnissen auf beiden Seiten, tollen Gesprächen und einem Versprechen zum Abschied: „Estamos en contacto!“ – „Lasst uns in Kontakt bleiben!“