Direkt zum Hauptinhalt springen
Menü
Menü

Besuch bei unseren Vorfahren


St. Michaelisdonn · Friedrich Vens-Cappell · 26.08.2025

Foto vergrößern
Am Gräberfeld in Brickeln

Unter diesem Motto hatte der Verein „St. Michel - Wirtschaft und Torismus e.V.“ alle Interessierten zu einer geführten Radtour eingeladen. Eine kleine Gruppe mit Teilnehmern aus Eddelak, Marne und St. Michel machte sich am Samstag, den 16.8., auf den Weg, um nach archäologischen Spuren menschlicher Besiedlung zu suchen. Nebenbei bekamen die Teilnehmer auch interessante Informationen zu Phänomenen am Wegesrand. 

Nach dem Start am Draisinenbahnhof in St. Michel ging es in Richtung Christianslust, wobei hinter Hopen ein vermutlich bronzezeitliches Hügelgrab auf einem Feld Anlass für eine imaginäre Zeitreise gab. Gedanklich führte sie zurück bis zu den ersten Nachweisen menschlicher Besiedlung in Dithmarschen in der mittleren Altsteinzeit. Flintabschläge mit einem Alter von mehr als 60.000 Jahren beweisen die Anwesenheit von Neandertalern in der Gegend von Schalkholz. Auf dem weiteren Weg zum Gräberfeld bei Brickeln bekamen die Teilnehmer auf ihrer Zeitreise noch einige interessante Informationen zur weiteren Besiedlung Schleswig-Holsteins durch den modernen Menschen seit dem Ende der letzten Eiszeit. Die bronzezeitlichen Grabhügel bei Brickeln markierten nicht nur das Ziel der Radtour sondern auch das Ende der gedanklichen Zeitreise. Das Gräberfeld oberhalb von Brickeln wird vom Verein für Dithmarscher Landeskunde (Projektleiter Dr. K. H. Ibs) betreut. Dankenswerterweise hatte der Verein die Wege frisch gemäht, sodass die Teilnehmer sich im Gelände umsehen konnten. Heinrich Sievers vom Vereinsvorstand hatte sich freundlicherweise sogar Zeit genommen, um die Gruppe zu begrüßen und über das Gelände zu führen, nachdem er in einer kleinen vorbereiteten Präsentation noch viele interessante Details vorgestellt hatte. 

Ursprünglich war das Gräberfeld deutlich größer und umfasste mindestens 14 Hügelgräber und etwa 30 spätbronzezeitliche Buckelgräber. Die eindrucksvollen Grabhügel sind nur ansatzweise wissenschaftlich ergraben worden, sodass nicht alle Details bekannt sind. Neben Bestattungen in Baumsärgen sind vor allem in der späten Bronzezeit zunehmend Urnenbestattungen vorgenommen worden. Leider sind viele Hügelgräber in der Vergangenheit von Hobbyarchäologen oder Raubgräbern geplündert worden, sodass die ursprünglichen Grabbeigaben teilweise für die Wissenschaft verloren sind. Trotzdem waren alle Teilnehmer vom Ausmaß der 6 großen noch erhaltenen Grabhügel beeindruckt, auch wenn ihre ursprüngliche Größe nicht mehr vollständig zu erkennen war. 

Mit diesen Eindrücken machte sich die Gruppe zurück auf den Weg nach St. Michel und konnte bei herrlichem Wetter noch die Schönheit und Vielfalt der Geestlandschaft genießen.