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Vortrag zu Notfallinfopunkten


Wöhrden · Heinz-Jürgen Templin · 17.07.2026

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Amtswehrführer Henning Paarmann referiert über den Notfallinfopunkt.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal am 14. Juli 2021 zeigte, welche Folgen ein länger andauernder, großflächiger Ausfall von Strom- und Telekommunikationsnetzen haben kann: Notrufe konnten nicht mehr abgesetzt werden, Informationen erreichten die Bevölkerung zu spät.

Als Konsequenz haben die Bundesländer – in Schleswig-Holstein koordiniert über die Kreise – das Konzept der Notfallinfopunkte (NIP) entwickelt.  Amtswehrführer Henning Paarmann referierte im Ausschuss für Wirtschaft und Entwicklung der Gemeinde Wöhrden zu diesem Thema. Der Kreis Dithmarschen hat als untere Katastrophenschutzbehörde gemeinsam mit den Ämtern, Städten und Gemeinden bereits ein kreisweites NIP-Netz aufgebaut.

Für das Amt Heider-Umland, zu dem Wöhrden gehört, sind die Standorte noch in Planung; einen eigenen NIP gibt es bislang nicht.  Paarmann machte deutlich, dass ein längerfristiger Stromausfall keine theoretische Gefahr mehr ist: Naturereignisse, Unfälle, Cyberattacken oder ein Kriegsfall könnten die Versorgung binnen kurzem lahmlegen. Genau hier setzen NIPs an – sie ersetzen ausgefallene Notrufe über 110 und 112 und verteilen lebenswichtige Informationen vor Ort.

Rechtliche Grundlage ist § 5 des Gesetzes über den Zivilschutz und die Katastrophenhilfe des Bundes (ZSKG), der den Gemeinden die Selbstschutzverantwortung überträgt. Per Präsentation lieferte Paarmann unverbindliche Denkanstöße und skizzierte denkbare Umsetzungsvarianten von Stufe 0 (Informationstafel) bis Stufe 5 (Notunterkunft mit medizinischer Versorgung).

Wie ein solcher Infopunkt letztlich errichtet, ausgestaltet und betrieben wird, liegt jedoch in der vollständigen Handlungsfreiheit der Gemeinde. Dies gilt auch für das vorgestellte „Freiwilligen-Modell“ mit etwa einem Dutzend Ehrenamtlichen.  Für Wöhrden könnten potenzielle Standorte wie das Feuerwehrgerätehaus, die Schule oder die Turnhalle in Betracht kommen, so Bürgermeister Andreas Böge – auch der geplante Neubau ist eine Option.

Die Entscheidung über das Konzept und den Weg dorthin liegt nun ganz bei den kommunalen Gremien. Die Gemeinde kann völlig frei entscheiden, ob sie einen Grundsatzbeschluss fasst, eine Arbeitsgruppe gründet, über eine Einwohnerversammlung Freiwillige wirbt oder ganz eigene Wege geht.

Paarmann riet, den NIP nach den individuellen Bedarfen einzurichten, und verwies auf die erfolgreiche Umsetzung in Weddingstedt. Ausschussvorsitzender Martin Perkuhn dankte dem Referenten. Bürgermeister Andreas Böge kündigte an, dass der Notfallinfopunkt Thema in der Gemeindevertretung werde.