Direkt zum Hauptinhalt springen
Menü
Menü

Ein Ort für den letzten Weg


Meldorf · Heinz-Jürgen Templin · 07.11.2025

Foto vergrößern
Jan Döring und Marita von Maydell berichten über die Hospizarbeit.

„Das Leben ist ein Geschenk, das du nicht zweimal erhältst“, sagte einst eine Mutter zu ihrem Kind – ein Satz, der schlicht klingt und doch auf das Wesentliche verweist: die Endlichkeit unseres Daseins. Auch in der Runde der seniorTrainer, von denen viele selbst im dritten Lebensabschnitt stehen, war dieses Thema präsent.

Wie gehen wir mit dem Ende des Lebens um? Diese Frage steht oft unausgesprochen im Raum – selbst dort, wo Vorsorgepapiere längst unterschrieben sind. Genau dieser Frage stellte sich auch Manuela Nancekievill. Als Krankenschwester auf einer Intensivstation erlebte sie täglich, wie Menschen ihren letzten Weg gingen, und sie spürte, dass es auch anders gehen müsse.

Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete sie 1992 den Hospiz-Verein, mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem Sterben mit Würde, Geborgenheit und Zuwendung möglich ist. Am 1. September 2023 wurde dieser Wunsch Wirklichkeit, denn das Hospiz in Meldorf nahm seine Arbeit auf. Zunächst gab es acht Plätze. Schon nach drei Monaten zeigte sich, wie groß der Bedarf ist.

Heute stehen zwölf Plätze zur Verfügung und seit der Eröffnung wurden bereits 175 Menschen begleitet. Eine Belegungsquote von rund 90 Prozent spricht für die große Bedeutung dieser Einrichtung. Beim Besuch des Hospizes erhielten die seniorTrainer Dithmarschen einen eindrucksvollen Einblick in das Haus und seine Atmosphäre.

Schon beim Rundgang wurde deutlich: Hier herrscht kein Krankenhausklima. Warme Farben statt steriler Wände, persönliche Ansprache statt anonymer Abläufe. Alles ist darauf ausgerichtet, den Gästen – so werden die Bewohner liebevoll genannt – ihren letzten Weg so würdevoll und einfühlsam wie möglich zu gestalten.

Ein interdisziplinäres Team aus Pflegefachkräften mit Zusatzausbildung, Hausärzten, Palliativärzten, Verwaltung und Hauswirtschaft arbeitet eng zusammen, um den Gästen und ihren Angehörigen in dieser sensiblen Zeit beizustehen. Jan Döring und Marita von Maydell nahmen sich Zeit, die Arbeit des Hospizes vorzustellen und die Fragen der seniorTrainer zu beantworten.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucher vom breiten Spektrum des Angebots: Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige und Kooperationen zur Inklusion, etwa mit der Herbert-Feuchte-Stiftung und der Stiftung Mensch. Zum Abschluss bedankte sich der Sprecher des Kompetenzteams bei Jan Döring für die Gastfreundschaft und die Einblicke in die Hospizarbeit.

Mit einer kleinen Aufmerksamkeit überreichte er auch ein Versprechen. Die seniorTrainer wollen die Bedeutung und den Geist der Hospizbewegung weitertragen – als Zeichen für Mitmenschlichkeit und gelebte Würde bis zum letzten Augenblick.