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Ein Potpourri mit Manfred Schlüter


Nordermeldorf · Gudrun Stötzer · 12.08.2026

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Aufmerksame Zuhörer erleben Manfred Schlüter.

Lebendig, emotional und mit ruhiger, angenehmer Stimme begeisterte der Maler, Gedichte- und Geschichtenschreiber Manfred Schlüter aus Hillgroven sein großes Publikum in der Deichtorhalle an der Badestelle Nordermeldorf. Hier findet im Sommer sonntags um 11.30 Uhr die "Kleine Deichzeit" statt.

Manfred Schlüter stellte mehrere seiner Bücher vor. In "Am Anfang, sagte der Apfel" las er: "Am Anfang war ein Kern. Ein winzig kleiner Kern. Der schwebte irgendwo im weiten Weltenraum und platzte eines Tages. Ein zartes Grün spross." Der Apfel erzählt die Schöpfungsgeschichte aus seiner Sicht. Manfred Schlüter entwickelte in dem Buch etwas andere Gedanken zur Entstehung der Welt. In seinem Buch "Na du?" beschrieb er in einer Geschichte die Ironie des künstlerischen Schaffens: Ein Bleistift verschwindet durch die Abnutzung und das Spitzen komplett, erwacht dafür aber als Zeichnung auf dem Papier zum Leben.

Manfred Schlüter lebt seit 1978 in Hillgroven in Dithmarschen, wo er von 2013 bis 2018 auch Bürgermeister war. Er sagte: "Ich schreibe für junge und für alte Menschen, für diejenigen, die sich darauf einlassen mögen." Seit 1979 fertigt er Bilder für Bücher und hat unter anderem Texte von Michael Ende, Boy Lornsen und Achim Bröger illustriert. "Boy Lornsen hat mir vor 46 Jahren die Welt der Geschichten geöffnet. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!" Nachdem 1991 das "Kuddelmuddelbuddelbuch" herausgegeben wurde, zu dem er erstmals neben den Bildern auch einen eigenen Text verfasste, schrieb er immer wieder eigene Gedichte und Geschichten.
Manfred Schlüter erhielt viele Auszeichnungen, unter anderem den Friedrich-Hebbel-Preis, den Friedrich-Bödecker-Preis und den Kulturpreis des Kreises Dithmarschen. 2023 hat er seine Korrespondenz (Briefe, Karten und Weiteres) als Vorlass an die Staatsbibliothek zu Berlin übergeben. Seine Bücher sind in vielen Ländern der Erde erschienen.

Vor dem aufmerksamen Publikum las Manfred Schlüter aus seinem Buch "Der kleine Herr Jemine": Dieser baut, baut und baut seine wunderschöne Welt mit Häusern, Straßen und vielen anderen Dingen zu. Er findet dabei kein Ende. Es gibt bald keine Natur mehr. Das macht ihn sehr traurig. Verzweifelt schickt er Zaubersprüche zum Himmel, aber es hilft nichts. So baut er nach und nach alles bis auf sein Häuschen wieder ab. Die Blumen und die Bäume können nun langsam wieder wachsen. Der kleine Herr Jemine weint vor Erschöpfung und Erleichterung. Er singt glücklich sein Lied. Das Publikum in der Deichtorhalle war von dieser Geschichte sehr berührt und fragte sich, ob man auf der Erde mit den Herausforderungen letztendlich auch so gut umgehen und so glimpflich davonkommen wird wie der kleine Herr Jemine.