Eine musikalische Schatzkiste
Die zahlreichen Besucher, die zum Jahreskonzert des Kammermusikkreises in die Jakobuskirche gekommen waren, durften sich auf einen musikalischen Abend freuen, der seinem Titel "Aus der musikalischen Schatzkiste" alle Ehre machte.
Pastor Marten begrüßte die Gäste und die Musiker und fand dabei die passende Beschreibung für das Ensemble: "Die wahren Schätze sitzen hier vorne an den Instrumenten." Ein Satz, der sich im Verlauf des Konzerts eindrucksvoll bewahrheiten sollte.
Unter der Leitung von Hannelore Wienecke bot der Kammermusikkreis ein abwechslungsreiches Programm, das musikalische Epochen und Stilrichtungen miteinander verband. Bereits Händels Largo und Allegro aus der Feuerwerksmusik eröffnete das Konzert mit festlichem Charakter.
Wolfgang Amadeus Mozarts Andantino aus dem Konzert für Flöte, Harfe und Orchester bildete einen empfindsamen Gegenpunkt. Hierbei ersetzte eine der Musikerinnen mit ihrem filigranen Klavierspiel die Harfe und verschmolz mit dem leuchtenden Ton der Flöte von Gabriela Jonigk. Die Zuhörer schienen zeitweise ganz gebannt den Atem anzuhalten.
Als besonderer Höhepunkt wurde Franz Schöggls geistvolle Bearbeitung des Schubertliedes "Die launische Forelle" empfunden. Er hat eine Melange komponiert aus bekannten klassischen Motiven wie z. B. Mozarts "Kleine Nachtmusik", bei der Schuberts Forelle quasi immer im Hintergrund mitschwamm. Der furiose Schlusspunkt wurde mit Liszt gesetzt.
Bei der lyrischen Violin-Romanze "Salut d'amour" von Edward Elgar bewies das Orchester seine Sensibilität in der Begleitung des geschmeidig-ausdrucksvollen Spiels von Dr. Leonore Krüger. Bewegend wirkte das Melodram "La califfe" von Ennio Morricone, das besonders feinfühlig in Tempo und Dynamik ausgstaltet wurde.
Hannelore Wienecke zeigte bei Carl Philipp Emanuel Bach ihre virtuosen Fähigkeiten am Flügel als Partnerin des Orchesters. Zwei Mutige präsentierten den Ragtime von Scott Joplin, und das Quartett der "Deichbläser" legte einen flotten Swing aufs Parkett.
Das Ganze wurde informativ und humorvoll moderiert von Hannelore Wienecke. Die Zugabe bezeichnete sie charmant als "Ständchen fürs Publikum", und die Zuhörer in der gut gefüllten Kirche dankten mit stehenden Ovationen.
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