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Gottesdienst-Premiere und Sonntagskonzerte


Wöhrden · Andreas Vollstedt · 23.07.2025

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Pastorin Tsjaardke Buursema und Organist Neithard Bethke im Altarraum der St.-Nicolai-Kirche.

Einen Gottesdienst mit mehreren Premieren und Orgelmusik aus vier Jahrhunderten erlebten Besucher an zwei Sonntagen in der St.-Nicolai-Kirche. Gastorganist an der historischen Antonius-Wilde-Orgel war erneut Professor Dr. Neithard Bethke aus Zittau. Leider finden in Wöhrden Gottesdienste nur noch einmal im Monat statt. Vor kurzem wurde dieser zum ersten Mal von der neuen Hemmingstedter Pastorin Tsjaardke Maartje Buursema durchgeführt, die trotz ihres holländischen Namens eine echte Dithmarscher Deern ist. Daher traf die erste Begegnung mit dem gebürtigen Wöhrdener Dr. Neithard Bethke auch auf gegenseitige Sympathie.

Dazu passte die Premiere eines plattdeutschen Textes auf das beliebte Kirchenlied „Amazing Grace“, zu dem Tsjaardke Maartje Buursema eine interessante und spannende Entstehungsgeschichte aus dem 18. Jahrhundert erzählte. Neithard Bethke hatte zwei sehr unterschiedliche Konzertprogramme mit Orgelmusik aus der Zeit des Barock bis zur Gegenwart zusammengestellt. Im ersten Sonntagskonzert spielte er anrührende Präludien und Fugen von Vincent Lübeck, Nicolaus Bruhns, Dieterich Buxtehude und Johann Sebastian Bach.


Das zweite Konzert brachte unter dem Titel „Symphonische Orgelmusik“ dagegen vor allem französische Klangfarben in die spätbarocke Backsteinkirche. Es sei nicht einfach, symphonische Musik auf einer rein mechanischen Orgel zu spielen, erklärte Neithard Bethke bei der Begrüßung den Konzertbesuchern. Doch bereits der Anfang klang mit Händels „Feuerwerksmusik“ majestätisch: Die große Orchestersuite von 1749 hatte Neithard Bethke 2015 für Orgel solo transkribiert (als sein op. 104, Nr. 1–4).

Es folgte eine „Suite française“ von Pierre Cochereau (1924–1984), einem der bedeutendsten Organisten und Improvisatoren des 20. Jahrhunderts. Neithard Bethke hat noch lebhafte Erinnerungen an den einstigen Lehrer, der ihn sechs Jahre lang an der Orgel der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame de Paris unterrichtete. 1978 hatte Neithard Bethke anlässlich einer Orgelweihe im Ratzeburger Dom eine dreisätzige „Symphonie in fis-Moll“ (op. 30) komponiert, von der er hier nur den ersten Satz spielte. Krönender Abschluss war eine weitere Bearbeitung für Orgel solo von Neithard Bethke (op. 75/2007): César Francks eigenwillige „Symphonie d-Moll“ von 1889.

Neithard Bethke plant bereits das nächste Programm unter dem Motto „Trompete und Toccata“. Gemeinsam mit dem Hamburger Hochschulprofessor Hans-Jörg Packeiser werden in der Wöhrdener Kirche mitreißende Trompetenkonzerte und Orgeltoccaten erklingen. Der Termin ist Sonntag, 7. September 2025, um 17.00 Uhr.