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Grillen mit Neocorus


Büsum · Friedrich-Wilhelm Trottmann · 02.09.2025

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Grillmeister Jochen Sauerländer und Bürgermeister Oliver Kumbartzky hatten viel Freude, für das leibliche Wohl zun sorgen.

Der Förderverein Kulturwarft mit seinem Vorsitzenden Anton Bingert hatte als Gastgeber und Schirmherr zum Grillen mit Neocorus eingeladen.

Mittlerweile unterstützen über 90 Mitglieder das Bemühen um den Erhalt der Warft, besonders der alte Friedhof liegt dem Verein am Herzen. Etwa 130 Interessierte waren gekommen. Nach einer Orgelmatinee von Kent Pegler in der Fischerkirche ging es bei herrlichem Wetter hinaus auf den Neocorus-Platz. Dort standen Bürgermeister Oliver Kumbartzky und Jochen Sauerländer am Grill, um für das leibliche Wohl zu sorgen. Musik kam vom Country- und Folksänger „A. C. HIM“ aus Wesselburen.

Doch wer war Neocorus? Neocorus hieß mit bürgerlichem Namen Johann Adolf Köster. Er hatte im niedersächsischen Helmstedt Theologie studiert, war dann zunächst Schulleiter in Büsum, bis die Gemeinde ihn 1590 zu ihrem Pastor wählte. Zu seinem Namen kam er als er Geschichtsschreiber: Sein historisches Werk, die „Chronik des Landes Dithmarschen“, gehört zu den Schätzen der Kieler Universitätsbibliothek. Sie wurde nie gedruckt, zu sehen ist dort das handschriftliche Original des Gelehrten. Sie wurde erstmals von Prof. Christian Dahlmann im Jahre 1827 herausgegeben. Der Chronist Dithmarschens Johann Adolphi, genannt Neocorus, lebte um 1555 bis 1638, war zweiter Pastor zu Büsum von 1590 bis 1614.Im Juni 2009 wurde auf dem Vorplatz der Kirche, dem Neocorus-Platz, eine Bronzestatue des Dithmarscher Chronisten unter einer Dithmarschen-Flagge enthüllt. Künstler Jens Rusch schuf sie außerhalb der Ausschreibung, Pastor Dr. Dietrich Stein saß ihm dabei über drei Monate Modell.

Möglich gemacht hatten das Projekt Henriette und Wilhelm Schmidt-Engels, die eine Stiftung für gemeingütige Zwecke aus dem Familienvermögen ihrer Eltern eingerichtet hatten. Mit schwarzem Bildhauerwachs und heißem Hühnerdraht wurde alles von Hand modelliert. Allein der Guss in Bronze verschlang über 30.000 Euro. An die beiden Stifter erinnert heute ein Grabstein auf dem neuen Friedhof.

Eine Talkrunde mit Moderator Frank Zabel, Künstler Jens Rusch, Dr. Dietrich Stein, Bürgermeister Oliver Kumbartzky, Gastgeber Bingert und Henning Ebsen von der Theatergruppe berichteten interessantes um Neocorus. Neocorus war ein streitbarer und kämpferischer Geselle, verheiratet und hatte drei Kinder, war auch Vorsitzender der Armengilde, so Pastor i.R. Dr. Dietrich Stein. Anton Bingert berichtete über das wissenschaftliche Projekt Alter Friedhof mit zahlreichen bereits restaurierten Grabsteinen und weitere geplante Fördermaßnahmen wie die Kirchenbeleuchtung und den Dachreiter der Fischerkirche.