Gut besuchtes Buureeken
Prima Stimmung im Feuerwehrgerätehaus: An drei Tischreihen im Tagungsraum des Feuerwehrgerätehauses saßen die Besucher. Was für sich gesehen nicht ungewöhnlich ist, schließlich finden die meisten Zusammenkünfte der Freiwilligen Feuerwehr hier statt. Besonders war an diesem speziellen Abend der Anlass für das Treffen. Nicht um „Retten-Bergen-Löschen-Schützen“ ging es diesmal, sondern um Hemmingstedts Straßen und Wege. Genauer gesagt, um den ideellen Besitz an ihnen.
An diesem Tag wurden beim Buureeken besagte Straßen und Wege verpachtet. Was heutzutage ausschließlich der Unterhaltung und dem Traditionserhalt dient, war einst eine wichtige – zuweilen sogar überlebenswichtige Angelegenheit. Denn nicht wenige Handwerker und Kleinbauern waren in Vorzeiten auf die Nutzungsrechte an Gemeinschaftsflächen der Bauernschaft angewiesen, wozu auch die Randstreifen von Straßen und Wegen zählten.
Schon in den alten Protokollen ist belegt, dass ein Teil des (Pacht-)Geldes, das beim Buureeken zusammenkam, noch am selben Abend für Speis und Trank Verwendung fand. Nicht anders heute: Von den „Pachterlösen“ wird der Verzehr am Buureeken-Abend bezahlt. Und die Gäste im Feuerwehrgerätehaus ließen sich beim Bieten nicht lumpen, im Gegenteil. Kurzweilig wusste Auktionator Harald Brendecke, alle aufgelisteten Straßen an die Frau oder den Mann zu bringen. Und so blieb nach Abzug der Verzehrkosten ein guter Betrag über. „Wir dürfen heute im Feuerwehrgerätehaus zu Gast sein, daher möchten wir den Gewinn für die Jugendarbeit der Feuerwehr spenden“, kündigte Gemeindevertreter Marco Barfknecht an. Dafür gab es Applaus.
Marco Barfknecht war es auch, der zu Beginn die Grußworte der Gemeinde überbrachte und dabei auch eine Abordnung der 9. Inspektion der Unteroffiziersschule Heide der Luftwaffe willkommen hieß. Seit sehr vielen Jahren ist es gute Tradition, dass die Bundeswehr neben einem Standortoffizier junge Anwärterinnen und Anwärter entsendet. In diesem Jahr fanden sie sich an einer Tischreihe mit jüngeren Hemmingstedtern wieder, und man hatte Spaß miteinander. Auffällig war, dass Straßen und Wege mehrfach als Geschenk ersteigert wurden. Dann standen auf dem „Besitzbeleg“ in Form einer Quittung nicht nur der Name der ersteigerten Straße und der Betrag, sondern auch mit einem „für“ davor der gewünschte Name.
Ellen Hinrichs Alle Artikel von Ellen Hinrichs ansehen
Weitere Artikel